Familie

Kinderlos durch Pestizide ?

US-amerikanische Forscher haben jetzt die Auswirkungen von Pestiziden auf den Erfolg von künstlichen Befruchtungen untersucht. /Bild: Fotolia
Kinderlos durch Pestizide ?
Tanja Judmann

Pestizide werden im Obst- und Gemüseanbau zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt. Über die Nahrungsmittel gelangen die Chemikalien jedoch auch in den menschlichen Körper – und wirken auch hier als Gifte. Bei 90 % der US-Bevölkerung lassen sich Pestizide in Urin oder Blut nachweisen. Pestizide stehen im Verdacht, die Entstehung von chronischen Erkrankungen zu begünstigen und Fruchtbarkeitsstörungen hervorzurufen. US-amerikanische Forscher haben jetzt die Auswirkungen von Pestiziden auf den Erfolg von künstlichen Befruchtungen untersucht.

Pestizide verringern Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaft

Die Forscher untersuchten 325 Frauen, die insgesamt 541 Zyklen der künstlichen Befruchtung im Zeitraum von 2007 bis 2016 durchliefen. Im Vorfeld wurden die Frauen nach ihren Ernährungsgewohnheiten hinsichtlich Obst und Gemüse befragt. Das Obst und Gemüse wurde in drei Gruppen eingeteilt abhängig von der Belastung durch Pestizide. Es wurde ausgewertet, wie häufig die Frauen welches Obst oder Gemüse zu sich nahmen – und wie hoch die damit verbundene Aufnahme von Pestiziden war. Die Auswertung der Ergebnisse der künstlichen Befruchtung zeigte, dass Frauen mit einer hohen Aufnahme von Pestiziden eine um 18 % geringere Wahrscheinlichkeit für klinische (im Ultraschall nachweisbare) Schwangerschaften und eine um 26 % geringere Wahrscheinlichkeit für Lebendgeburten hatten als Frauen mit einer niedrigeren Einnahme von Pestiziden.

Pestizidgehalt von Obst & Gemüse senken

Die Ergebnisse zeigen daher, dass eine höhere Aufnahme von Pestiziden die Ergebnisse einer künstlichen Befruchtung negativ beeinflussen kann. Eine hohe Aufnahmemenge, die über den regelmäßigen Verzehr von konventionellem Obst und Gemüse erreicht wird, könnte daher bereits Einflüsse auf die Fruchtbarkeit haben. Bei konventionellem Anbau sind über 80 % des Obstes und Gemüse mit Pestiziden belastet, vor allem einige Sorten wie Erdbeeren und Spinat sind stark betroffen. Umso wichtiger ist es, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich mit warmen Wasser zu waschen, da dadurch der Pestizidgehalt gesenkt werden kann. Eine Alternative zu konventionell erzeugtem Obst und Gemüse ist solches aus ökologischem Anbau, das nur zu 13 % Rückstände von Pestiziden aufweist.

(via beilit.de)