Bewegung

Können Fitness-Tracker süchtig machen?

Wer nach Belohnung strebt, verfällt schnell dem Suchtfaktor von Fitness-Trackern. /Bild: Fotolia
Können Fitness-Tracker süchtig machen?
Melanie Payerl

Für jeden Sportler ist ein Acitvity-Tracker bereits ein Muss, doch nicht nur Sportler tracken ihre Schritte und die verbrannten Kalorien, sondern auch immer mehr Hobbysportler greifen zur Fitnessuhr. Diese zeigen in der Regel diverse Funktionen an, wie etwa die bereits zurückgelegten Schritte, den Herzschlag und den Kalorienverbrauch. Beim Erreichen des vorgegebenen Ziels  – meist sind dies 10 000 Schritte – ertönt ein Piepton. Viele Menschen sehen in Fitness-Trackern einen kontinuierlichen Motivationsschub, für andere entwickeln sich Fitnesstools zum Suchtfaktor.

Können Activity-Tracker abhängig machen?

Zahlen ebnen den Weg zur Besessenheit, so Katherine Schreiber Expertin für Sportabhängigkeit. Diese geht außerdem davon aus, dass Smartwatches und Fitness – Tracker Menschen dazu anregen, sich mehr zu bewegen. Schreiber weiß jedoch auch, dass Fitnessgeräte gefährlich sein können, denn wer sich ständig nur auf die Zahlen der Fitnessuhr konzentriert, kann daraus sogar eine Sucht oder vielmehr einen Zwang entwickeln. Viele Sportuhr-Besessene beschäftigen sich rund um die Uhr mit der Fitnessuhr und stellen die richtige Funktion dieser auch immer wieder in Frage. Fitnessuhren sollten im besten Fall den Spaß an der Bewegung vermitteln, aber nicht die Sportbesessenheit stärken. Menschen mit Übergewicht können von Fitnessuhren profitieren, denn diese können jenen Menschen einen Motivationsschub verpassen und beim Abnehmen unterstützen. Dennoch sollte sich jeder, der eine Fitnessuhr verwendet, ins Bewusstsein rufen, welche psychologischen Auswirkungen Fitnessuhren auf einen Menschen haben können.

Fitnessuhr

Studie: Motivation bestimmt Sucht-Risiko

Bisher gab es noch keine Untersuchungen, die die Abhängigkeit von gamifizierten Systemen erforscht hat. Im International Journal of Human Computer Studies wurde jedoch eine Studie über den Motivationsfaktor von Fitness – Trackern untersucht. Rund 210 Probanden haben an der Studie teilgenommen, wobei es sich um eine fragebogenbasierte Untersuchung handelte. Der Abhängigkeitseffekt war für Teilnehmen mit hoher extrinsischer Motivation stärker. Im Gegensatz dazu wurde festgestellt, dass eine hohe intrinsische Motivation für körperliche Aktivität bis zu einem gewissen Grad vor dem Abhängigkeitseffekt schützt. Die extrinsische Motivation wird dabei durch äußere Reize hervorgerufen, der Wunsch nach einer Belohnung steht dabei ebenso im Vordergrund. In diesem Fall ist die Belohnung die Fitnessuhr, wenn das Piepsignal ertönt. Unter der intrinsischen Motivation versteht man eine von innen heraus entstehende Motivation. Dabei handelt es sich um Personen, die gerne Sport machen, jedoch nicht um jeden Preis eine Belohnung dafür benötigen.