Beauty

Körperenthaarung: Trend oder Hygiene ?

Ist es wirklich hygienischer, sich Achsel- und Schamhaar zu entfernen, oder einfach nur ein Beauty-Trend ? /Bild: Fotolia
Körperenthaarung: Trend oder Hygiene ?
Trixi Kouba

Zu Zeiten Mona Lisas war es üblich, sich die Augenbrauen abzurasieren. Heute betrifft der Wunsch nach vollkommener Enthaarung den ganzen Körper – Kopfhaar ausgenommen. Klingen, Cremes und Laser – die Waffen zur Enthaarung weiblicher Körperteile sind vielfältig. Für manche Frauen sind glatte Beine und Brazilian Waxing ein Zeichen der Weiblichkeit und Attraktivität. Andere wiederum reagieren auf den Trend und lassen ihre Haare im Zeichen des Feminismus wild sprießen. Die Körperbehaarung hat für den modernen Menschen im Gegensatz zu seinen Vorfahren keine Bedeutung mehr – abgesehen von den Kopfhaaren.

Enthaarte Männer sind geselliger

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Eine schon etwas ältere Studie der Leipziger Universität fasste den haarlosen Trend in Zahlen: Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer entfernten sich 2008 regelmäßig an mindestens einer Körperregion die Haare. Das Durchschnittsalter der befragten Studenten war 23 Jahre. Überraschenderweise schätzten sich laut dieser Umfrage und darauffolgenden Persönlichkeitstests rasierte Männer (Bärte ausgenommen) als geselliger, selbstsicherer, optimistischer und sozial aktiver ein als Männer, die ihre Behaarung natürlich wuchern lassen.

Unter der Gürtellinie

In der Pubertät bilden sich durch den Anstieg von Androgenen im Körper sogenannten Terminalhaare – stärkere Behaarung im Genital- und Achselbereich. Viele junge Mädchen greifen bei den ersten Haaren stolz zum Rasierer. Schon im alten Ägypten wanderten Frauen haarlos durch die Welt, wie alte Malerein beweisen. Der Hauch von Nichts wurde von Männern als besonders erotisch angesehen. Aus der Sicht eines Mediziners ist die Haarentfernung überhaupt nicht gefährlich. Doch ist das „unten ohne“ auch hygienischer?

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Prinzipiell können kahle Menschen genauso wie stark behaarte Menschen entweder hygienisch oder unhygienisch sein. Das kommt ganz darauf an, wie sehr sie sich um ihre Körperpflege kümmern. Die Behaarung hat damit nichts zu tun. Auch Geschlechtskrankheiten werden rasiert nicht leichter übertragen. Einzig und allein der Schweiß hat beispielsweise in der Achselhöhle leichteres Spiel – keine Hindernisse stehen ihm mehr im Weg, um sich schnell seinen Weg zu bahnen. Trotzdem schwitzt oder riecht man glatt rasiert nicht mehr als behaart. Vorsicht bei vaginalen Pilzinfektionen! In dem Fall darf die Schambehaarung höchstens gestutzt werden, denn durch die Rasur können Viren verschleppt werden.

Wachsen Haare stärker nach ?

Die Meinung, Haare würden nach der Haarentfernung stärker nachwachsen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Weder die Menge, noch der Umfang an Härchen steigt nach einer Enthaarung, wie während einer Studie an fünf aufgeschlossenen, jungen Männern herausgefunden wurde. Sie rasieren sich monatelang jeweils einmal pro Woche ihr linkes Bein – die zurückgebliebenen Haare erscheinen nur borstiger, da sie an den Spitzen abgeschnitten wurden.