Diät

Kohlenhydrate am Abend: Freund oder Feind? 

Eine neue, umstrittene Studie meint: Kohlenhydrate am Abend fördern die Fettverbrennung. /Bild: Fotolia
Kohlenhydrate am Abend: Freund oder Feind? 
Catharina Kaiser

Wer sich mit dem Thema „Abnehmen“ befasst, wird relativ schnell auf ein wichtiges Wort stoßen: Kohlenhydrate. Ja, sie sind der Feind einer Strandfigur und Experten raten dazu, sie so gut es geht zu meiden. Leider bedeutet dies, dass man auf den Geschmack von Brot, Nudeln oder Backwaren verzichten müsste. Alleine das macht die Low-Carb Diät doch schon ziemlich hart. Hinzu kommt, dass sich eine extreme Reduktion von Kohlenhydraten auch auf die Stimmung auswirken kann und gegebenenfalls zu Konzentrationsstörungen und Müdigkeit führt. Da scheint es doch umso interessanter, dass Forscher nun erklären, Kohlehydrate vor dem Schlafen gehen zu essen, würde das Abnehmen beschleunigen. Sollte man also abends doch noch die Portion Pasta essen, oder die Packung Chips verschlingen?

Kohlehydrate als Late-Night-Snack?

Laut einer neuen Studie soll ein Late-Night-Carb-Snack vor dem Schlafengehen dazu führen, dass der Körper Fett als Energiereserve nutzt und somit mehr davon verbrennt. Das würde doch schon mal prima klingen. Immerhin bedeutet es, dass man sich tatsächlich schlank schlemmen könnte. Laut Forschern der Cambridge University und des British Institute of Nutrition zufolge könnte die Aufnahme von Kohlenhydraten zusätzlich durch ein Workout am späten Nachmittag erhöht werden. Doch sind Kohlenhydrate nun tatsächlich ein Freund geworden? Nein, leider nicht. Laut Ernährungsexpertinnen Lee Holmes und Kate Save ist diese Ernährungsweise nämlich nicht für jeden geeignet. „Für manche Menschen mag die späte Aufnahme von Kohlenhydraten vielleicht nützlich sein, doch generell ist spätes Essen eine große Belastung für den Körper“, erklärt Holmes. Mit vollem Magen ins Bett zu gehen wird den Schlaf nämlich nicht verbessern. Diese verlockend klingende Strategie ist daher einzig für Ausdauer- und Hochleistungssportler geeignet, da sie kurzfristig zwar zum Erfolg führt, jedoch nicht langfristig einsetzt werden kann. Für „Normalos“ kann das essen komplexer Kohlenhydrate und nährstoffdichter Lebensmittel eher zu Verdauungsproblemen führen, da sich der Körper nie wirklich erholen kann. „Etwas Ruhe ist jedoch wichtig damit sich Hormone und Zellen verjüngen können“, so Holmes. Das bedeutet ja nicht, dass Kohlenhydrate per se schlecht sind und völlig aus dem Ernährungsplan gestrichen werden müssen. Dennoch sollte man auf den Körper hören und ihm vor allem Abends nicht eine zusätzliche Last, in Form einer deftigen Mahlzeit, auferlegen.

Fett wird gespeichert, nicht verbrannt

Problematisch an diesen Studienergebnissen, welche die späte Aufnahme von Kohlenhydraten befürworten, ist der Fakt, dass einzig junge, sportliche Männer ohne Gewichtsprobleme untersucht wurden. Auf den Großteil der Bevölkerung treffen diese Eigenschaften allerdings nicht zu und der späte Verzehr von Kohlenhydraten könnte bei ihnen das genaue Gegenteil bewirken. „Anstatt den Gewichtsverlust zu beschleunigen, lassen diese Lebensmittel den Insulinspigel in die Höhe schnellen, wodurch Fett gespeichert und eben nicht verbrannt wird. „Der Körper benötigt Nahrung als Energiequelle und während dem Schlafen werden Fettreserven als diese Quellen genutzt. Wird vor dem Schlafengehen noch ordentlich aufgekocht, so wird die Fettzufuhr allerdings blockiert“, erklärt Save. Obwohl diese Strategie dazu beiträgt, dass man sich am nächsten Tag weniger hungrig fühlt, ist es also keine gute Idee abends doch noch den großen Teller Pasta zu verschlingen.