Ernährung

Langsam essen und schlank bleiben?

Hastiges Essen schlägt sich auf's Gewicht! /Bild: Fotolia
Langsam essen und schlank bleiben?
Trixi Kouba

Ob aus Hunger oder Hast – viele Menschen schlingen ihre Mahlzeiten innerhalb weniger Minuten hinunter. Mütter wären bei dem Anblick nicht entzückt. Forscher auch nicht. Denn laut einer aktuellen Studie kann langsames Essen dabei helfen, Übergewicht zu verhindern. In weiterer Folge bleibt der Mensch damit auch von damit assoziierten Krankheiten wie Diabetes Typ 2 verschont.

Schnelle Esser = häufiger dick

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Wissenschaftler aus Japan fanden eine Verbindung zwischen einem niedrigen BMI (Body-Mass-Index), einem geringeren Hüftumfang und dem langsamen Verspeisen von Mahlzeiten. Dazu analysierten sie Daten von Gesundheits-Checkups von rund 59.700 Menschen zwischen den Jahren 2008 und 2013. Während den Tests wurden die Teilnehmer unter anderem zu ihrer Essgeschwindigkeit befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass mehr als 21% der langsamen Esser an Übergewicht litten. In der Gruppe der schnellen Esser waren im Vergleich dazu fast 45% aller Teilnehmer übergewichtig. Personen mit einer normalen Essgeschwindigkeit lagen auch hier in der Mitte: Fast 30% von ihnen brachten zu viele Kilos auf die Waage.

Das ließ sich sowohl am Hüftumfang als auch am BMI festmachen. Menschen, die ihre Mahlzeiten sehr langsam konsumierten, wiesen einen durchschnittlichen BMI von 22 auf, was im normalen Bereich liegt. Hastige Esser hatten einen durchschnittlichen BMI von 25 – der Grenze zum Übergewicht. Damit schlägt die neuste Studie in die gleiche Kerbe älterer Forschungen. Schon zuvor zeigten einige Untersuchungen, dass langsame Genießer eher schlank bleiben und seltener unter Sodbrennen leiden. Weitere Faktoren, um schlank zu bleiben, sind laut den Forschern: Ausreichend Schlaf, ein tägliches Frühstück und nicht regelmäßig kurz vor dem Zubettgehen die Abendmahlzeit einzunehmen.

Schnelle Esser bemerken Sättigungsgefühl nicht

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Doch was steckt hinter dem Phänomen, das schnelle Esser häufiger übergewichtig werden lässt? Tam Fry vom „National Obesity Forum“ erklärte dem Guardian: „Schnelle Esser brauchen länger, um sich satt zu fühlen, weil sie ihren Darmhormonen nicht ausreichend Zeit geben, um dem Gehirn einen Essens-Stop zu signalisieren. Das schnelle Essen verursacht außerdem größere Schwankungen des Blutzuckers, was zu einer Insulinresistenz führen kann. Vor allem Angestellte, die ihr Mittagessen an ihrem Schreibtisch hinunterschlingen, tun ihrer Gesundheit nichts Gutes. Sie sollten damit aufhören, ihre Smartphones und E-Mails ausschalten und am besten eine halbe Stunde außerhalb des Büros eine Pause einlegen“.