Leben

„Leichter atmen heißt auch leichter leben“

Eine gesunde und starke Atemmuskulatur ist die Grundlage für jede körperliche Betätigung. /Bild: Fotolia
„Leichter atmen heißt auch leichter leben“
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Jeder Mensch atmet, aber nur wenige trainieren gezielt diese lebensnotwendige Funktion. Dabei ist eine gesunde und starke Atemmuskulatur Grundlage für jede körperliche Betätigung. Die Schweizer Atemtherapeutin und Stimmpädagogin Judith Furrer-Bregy beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Sie hat jetzt ein Atemtrainingsgerät aus Finnland für sich und ihre Klienten entdeckt.

Wann fand Ihre erste Begegnung mit der eigenen Stimme statt?

Bei uns zu Hause wurde gern und oft gesungen. So bekam ich bereits als Kind einen ganz natürlichen Zugang zur Singstimme. Zuerst lernte ich aber Querflöte spielen. Später haben mir verschiedene Musiklehrer nahegelegt, meine Singstimme ausbilden zu lassen.

Wie ist denn Ihr Interesse für die Stimmbildung entstanden?

Mein erster Beruf war Primarlehrerin. Beim Unterrichten fühlte ich mich schon immer zu Hause. So hat mich auch während des Gesangstudiums der Bereich der Gesangspädagogik mehr interessiert, als die künstlerische Verwirklichung auf der Bühne. Parallel zum Studium habe ich schon früh mit Gesangsschülern und mit zahlreichen Chören gearbeitet.

Wodurch unterscheidet sich die Atmung eines Sängers eigentlich von einer ‚normalen‘ Atmung?

Beim Singen wird der Atemrhythmus von der Musik bestimmt. Musikalische Phrasen und Interpretation bestimmen die Dauer des Ausatmens, die Lautstärke und somit den Atemdruck. Ein gesunder Atemrhythmus in Ruhe ist dreiteilig: Einatmen –Ausatmen –Atemruhe. Die Atmung beim Singen hat einen anderen Rhythmus mit einer verlängerten Phase des Ausatmens und dem reflektorischen Einatmen. Das verlangt dem Atemsystem Elastizität und Flexibilität ab. Nichts ist so selbstverständlich und gleichzeitig so lebensnotwendig wie das Atmen.

Sie nutzen selbst ein Atemtrainingsgerät –warum?

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Atemtherapeutin und Stimmpädagogin Judith Furrer-Bregy © Judith Furrer-Bregy

Meine Arbeit als Therapeutin und Coach ist sehr stimmintensiv. Zudem lebe ich im Wallis, das für seine trockene Luft bekannt ist. Das sind schon zwei gute Gründe, um meine Stimme und meine Atemorgane zu pflegen. Als ich das Gerät in einer Fachzeitschrift entdeckt habe, dachte ich: Das ist es. Darauf habe ich immer gewartet. Bevor ich meinen Patienten und Schülern jedoch etwas weiterempfehle, möchte ich es vorher aber selbst ausprobieren. Daher habe ich mir das Gerät einfach mal bestellt.

Warum schwören Sie auf WellO2 als Trainingsgerät?

WellO2 verbindet ganz easy und gleichzeitig sehr wirksam Pflege und Training des Atemsystems. Die einzelnen Parameter wie Widerstandsstärke beim Ein- und Ausatmen sowie die Temperatur des Wasserdampfes können reguliert werden. So findet jeder Benutzer seine individuell passende Einstellung.

Hatten Sie schon ein Aha-Erlebnis mit WellO2?

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WellO2 Trainingsgerät zur Pflege und Training des Atemsystems © WellO2

Ich selber nutze WellO2 häufig unmittelbar vor dem Singen. Auch habe Ich schon positive Erfahrungen in der Genesungsphase nach einer Erkältung mit Heiserkeit gemacht. Meine Atemmuskulatur ist durch das regelmäßige Training fitter, was sich auch bei körperlichen Leistungen bemerkbar macht.

Welche Muskeln werden eigentlich genau zum Atmen genutzt?

Der größte Muskel zum Einatmen ist das Zwerchfell. Aber auch Brust-, Bauch-, Rücken-, Schulter-, Nacken-und Halsmuskulatur sind bei der Atmung wichtig. Viele dieser Muskeln haben zwei Jobs. Sie sind Atem-und gleichzeitig auch Bewegungsmuskeln. Durch das Training mit WellO2 sind die an der Atmung beteiligten Muskeln ganzheitlich involviert.

Für welche Art von Klienten setzen Sie WellO2 ein?

Mit meinen Klienten erarbeite ich zunächst eine gesunde Atemtechnik, bevor sie mit Widerstandstraining in eine Leistungsatmung gehen. Das Atemtrainingsgerät empfehle ich Patienten mit einer Atemfehlform, z. B. bei Asthma, COPD, Allergien, zur Rehabilitation nach Lungenentzündungen, oder zum Atemtraining bei Fehlhaltungen und eingeschränkter Atemkapazität bei Schmerzpatienten. Auch in der Stimmtherapie kommt WellO2 zum Einsatz.

Wie wirken sich körperliche und seelische Veränderungen auf Atem und  die Stimme aus?

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Körper, Atmung, Stimme und Emotionen sind in ständiger Wechselwirkung. © WellO2

Der Atem ist ein Seismograph meiner Befindlichkeit. Spaziere ich durch den Wald ist mein Atemmuster ein anderes, als wenn ich durch die Straßen einer lauten Stadt laufe. Körpertonus, Atmung, Stimme und Emotionen sind in ständiger Wechselwirkung – Ob ich will oder nicht. Der Körper ist ein lebendiges Stimminstrument. Fühle ich mich z.B. emotional beschwingt, wirkt sich das auf die Körperspannung und somit gleich auf die Atmung und Stimmfunktion aus. Das nimmt jeder Mensch intuitiv wahr.

Ist aus Ihrer Sicht Atemtraining für jedermann sinnvoll?

Auf jeden Fall! Denn der Atem ist ein wertvolles Instrument, um die Gesundheit nachhaltig zu unterstützen. Atmen Sie zum Beispiel durch die Nase statt durch den Mund. Die Luft wird so erwärmt, befeuchtet und gereinigt. Zudem arbeiten so die Atemmuskeln engagierter mit als bei einer oberflächlichen Mundatmung. Tragen Sie bequeme Kleider. Beengende Gürtel oder Hosen schränken eine Tiefatmung ein. Stellen Sie Ihrem Atem einen aufgerichteten Körper zur Verfügung. Die Körperhaltung wirkt nämlich auch auf die innere Haltung. Wir tun gut daran, diesen wunderbaren Helfer zu pflegen und öfter mal ins Bewusstsein zu rücken. Leichter atmen heißt auch leichter leben. Entgeltliche Einschaltung.

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