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Low-Carb, viel Fett: Mythen über die Keto-Diät

Viel Fett in einer Diät? In der Keto-Diät erwünscht und erlaubt! /Bild: Brenda Godinez, Stock Snap
Low-Carb, viel Fett: Mythen über die Keto-Diät
Melanie Payerl

Seit geraumer Zeit dreht die Keto-Diät ihre Runden in der Diät-Sphäre und wird auch im Internet verstärkt gehypt. Keto ist die Kurzform von ketogener Diät, bei der enorm viel Fett und besonders wenig Kohlenhydrate gegessen werden. Die hohe Aufnahme von Fetten und die totale Reduktion der Kohlenhydrataufnahme bringt den Körper in Ketose, ein Prozess, in dem der Körper gezwungen ist, körpereigene Fettreserven anzugreifen. Die Ketose tritt rund 24 bis 72 Stunden nach der Ernährungsumstellung ein. Bei der Keto-Diät gilt es außerdem darauf zu achten, nicht zu viel Eiweiß zu essen, denn dann kann die Ketose nicht eintreten. Aufgrund der hohen Fettzufuhr sollten während der ketogenen Diät sehr fettreiche Lebensmittel wie Avocados, jegliche Form von Nüssen, hochwertige Öle wie Kokosöl oder Leinsamenöl, Heringe, Butter, Schlagobers, Käse, Blattsalate und kohlenhydratarme Gemüsesorten wie etwa Kohl gegessen werden. Bei der Diät gilt es darauf zu achten, dass der Kohlenhydratanteil täglich 5% der aufzunehmenden Kalorienmenge nicht überschreitet, sonst wird die Ketose im Körper unterbrochen.

Mythen über die Diät

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Wie bei vielen Diäten ranken sich auch um die Keto-Diät einige Mythen, wie „Die Keto-Diät ist eine eiweißreiche Diät!“. Diese Annahme ist falsch und laut der Forscherin und Ernährungswissenschaftlerin Kelly Roehl sogar einer der größten Mythen der Keto-Diät. Eine zu hohe Proteinzufuhr kann sich negativ auswirken, da die Proteine in Glukose umgewandelt werden können, was den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen lässt und einen anti-ketogenen Effekt auslöst. Nur sechs bis acht Prozent der täglichen Kalorien sollten aus Proteinen bestehen, nur so kann die Ketose bestehen bleiben. Ein weiterer Mythos: „Bei der Keto-Diät ist jegliche Form von Fett erlaubt!“ Auch diese Aussage kann als falsch abgestempelt werden. Vor allem sollten nämlich ungesättigte Fette aus Ölen, Nüssen und Fisch gesättigten Fettsäuren in Speck und Wurst vorgezogen werden. Ein durchaus weit verbreiteter Mythos ist: „Die Keto-Diät ist als Langzeiternährung gedacht!“. Bei dieser Aussage gehen die Meinungen auseinander. Was gegen die Keto-Diät spricht ist der Abbau von Muskeln und Kraft, der nach einiger Zeit einsetzt. Darüber hinaus sorgt der verlangsamte Stoffwechsel zu einem geringeren Kalorienverlust. Einige Forscher sehen die Keto-Diät als Diät, um einige Kilos abzuspecken, die jedoch nicht länger als ein paar Wochen durchgeführt werden sollte.

Nachteile der Keto-Diät

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Wie so oft hat auch diese Diät nicht nur Vorteile. Einer der größten unangenehmen Nebeneffekte der Diät ist der Muskelabbau. Wer bloß eine geringe Menge an Kalorien zu sich nimmt und darüber hinaus über einen längeren Zeitraum auf Kohlenhydrate verzichtet, zerstört seine Muskeln. Hinzu kommt ein ständiges Müdigkeitsgefühl, bedingt durch die geringe Kohlenhydrataufnahme kann es zu Beginn der Diät zu enormer Müdigkeit kommen. Wenn die Kohlenhydrate plötzlich aus der Ernährung gestrichen werden, ist es wichtig darauf zu achten, dennoch genügend Kalorien zu sich zu nehmen. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt dieser Diät sind Verdauungsprobleme wie Blähungen und Verstopfungen. Verantwortlich dafür ist die geringe Menge an Ballaststoffen, die während der Diät gegessen werden.