Ernährung

Macht Glühwein wirklich schneller betrunken ?

Ein Glühwein ist für viele an kalten Wintertagen ein Muss ! /Bild: Fotolia
Macht Glühwein wirklich schneller betrunken ?
Trixi Kouba

Ein guter aufgewärmter Rotwein, frische Orangen, Vanilleschoten, Nelken, Zimt und Sternanis – Ein Glühwein an kalten Wintertagen ist für viele Menschen ein Muss. Aber nach ein bis zwei warmen Tassen wird die Zunge plötzlich schwer und schnulzige Weihnachtssongs gar nicht mehr so schrecklich. Was ist da los? Trügt die Wahrnehmung oder wird man von heißen Getränken wie Glühwein und Punsch wirklich schneller betrunken als von kühlem Bier und Wein?

Warme Getränke gelangen schneller ins Blut

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Wie Reinhard Urban vom Institut für Rechtsmedizin an der Universität Mainz dem „Stern“ erklärt, ist die Frage eher: Wie schnell wandert Alkohol ins Blut? Denn das wohlig warme Gefühl des „Damenspitzes“ setzt erst dann ein, wenn der konsumierte Alkohol in der Blutbahn angelangt ist. Geringe Mengen wandern schon durch die Magenschleimhaut ins Blut. Der schnellste Weg ist allerdings durch die Schleimhaut des Dünndarms. Der Fachmann meinte dazu: „Da unser Dünndarm Kaltes nicht gut verträgt, bleiben kalte Speisen und Getränke so lange im Magen, bis sie Körpertemperatur erreicht haben. Glühwein hingegen kann gleich in den Darm fließen und gelangt somit auch ein bisschen schneller in die Blutbahn.

Stärkere Durchblutung durch Wärme

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Bei Wärme werden außerdem die Blutgefäße stärker durchblutet. Der Alkohol wirkt schneller. In Glühwein, Punsch & Co. finden sich überdies meist jede Menge Zucker, was die Alkoholaufnahme erhöht. Der Unterschied sei aber nicht erwähnenswert. So sei auch der Kater am Morgen danach nicht unbedingt auf die Heißgetränke, sondern eher auf die Begleitstoffe wie Zucker, Schnäpse und Ähnliches, zurückzuführen.

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