Partnerschaft

Männer haben nicht mehr Sexualpartner als Frauen

Warum berichten Männer von mehr Sexpartnern als Frauen? /Bild: Fotolia
Männer haben nicht mehr Sexualpartner als Frauen
Trixi Kouba

In zahlreichen Umfragen geben Männer an, mehr Sexualpartner zu haben als Frauen. Dabei sollte die Anzahl in etwa gleich verteilt sein. Eine aktuelle Studie meint: Männer haben gar nicht mehr Sexpartner. Sie untersuchte die Gründe, wieso das männliche Geschlecht eine höhere Zahl angibt und machte verschiedene Faktoren ausfindig.

Die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Sexualpartnern, die von Männern und Frauen angegeben wird, entsteht aus verschiedenen Gründen: Männer berichten von einer extrem hohen Anzahl an Partnern und tendieren gleichzeitig eher zu Schätzungen anstatt korrekten Zählungen, so eine neue Studie im Journal of Sex Research. Dr. Kristin Mitchell von der University of Glasgow analysierte zusammen mit ihren Kollegen Antworten von über 15.000 Männern und Frauen in einer nationalen Umfrage für Sex und Lifestyle. Dabei gaben männliche Teilnehmer an, in ihrem Leben durchschnittlich mit 14 Menschen zu schlafen, Frauen mit 7. Die Umfrage-Teilnehmer waren zwischen 16 und 74 Jahre alt.

Männer schätzen Partneranzahl eher

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Zunächst verzerrten einige Teilnehmer die durchschnittliche Anzahl durch extrem hohe Zahlen. Dieser Effekt zeigte sich bei Männern stärker als bei Frauen. Beide Geschlechter am oberen Ende des Durchschnitts berichteten von 110 beziehungsweise 50 oder mehr Partnern. Die Forscher rechneten diese Extrembeispiele heraus, womit sich die Gender Gap ein wenig schloss.

Die Diskrepanz reduzierte sich weiter, als die „Berechnungs-Strategie“ in Betracht gezogen wurde: Männer gaben eher als Frauen nur Schätzungen ab, wenn es um die Anzahl der Partner ging. Fast ein Viertel der Männer schätzte, wobei es bei Frauen nur 15% waren.

Frauen stehen One-Night-Stands konservativer gegenüber

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Auch die Einstellung zu One-Night-Stands gilt als Grund, wieso sich die Anzahl zwischen Mann und Frau unterscheidet. Frauen stehen einmaligen sexuellen Begegnungen nicht so offen gegenüber, als es Männer tun. 9% der Frauen und 18% der Männer fanden One-Night-Stands „überhaupt nicht verkehrt“. Zudem verurteilen Frauen Sex zwischen einer verheirateten Person mit jemand anderem, als dem Ehepartner häufiger als Männer.

Die Studienleiterin sieht es als wichtig an, die richtige Anzahl die Geschlechtspartner zu erheben. Vor allem bei der Berechnung von Risiken hinsichtlich Geschlechtskrankheiten und HIV-Übertragung sei eine korrekte Zahl essentiell. Die meisten Studien würden sich auf Studenten oder Hoch-Risiko-Gruppen beschränken beziehungsweise in „Labor-Settings“ stattfinden und würden nicht zeigen, wie Mitglieder der Öffentlichkeit auf reale Lebensweisen in Umfragen reagieren, so Mitchell.

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