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Mannequin-Erkrankung: Der mysteriöse Make-Up Ausschlag

Viele Frauen haben eine ganze Ansammlung an Beauty- & Kosmetikprodukten im Badezimmer, die die Haut perfektionieren sollen - doch manchmal tritt das Gegenteil ein ! /Bild: Fotolia
Mannequin-Erkrankung: Der mysteriöse Make-Up Ausschlag
Catharina Kaiser

Kosmetikprodukte, Hautpflege und Make Up – drei Dinge die dabei helfen sollen die Haut so schön wie möglich aussehen zu lassen. Kein Wunder also, dass sich bei so mancher Frau gleich mal duzende Produkte im Badezimmer stapeln – die natürlich auch verwendet werden wollen. Werden Kosmetikprodukte häufig gewechselt, zu viele Produkte gleichzeitig verwendet oder jedem neuen Trend nachgelaufen, so besteht das Risiko eines Tages mit dem lästigen Ausschlag aufzuwachen. Die Annahme seine Haut damit zu verwöhnen oder ihr mit den ganzen Produkten etwas Gutes zu tun, ist allerdings falsch und die so genannte Mannequin-Erkrankung inzwischen eine keine Seltenheit mehr

Ursachen der Mannequin-Erkrankung

Die periorale- auch rosaceaartige Dermatitis genannt bezeichnet eine gängige Hauterkrankung, von der vor allem junge Frauen betroffen sind, die auf ein sehr gepflegtes Aussehen achten. Genau hier liegt auch das Hau(p)tproblem. Üblicherweise reagieren Frauen auf Hautunreinheiten nämlich mit haufenweise Pflegeprodukten und tonnenweise Make up, um sie zu überdecken. Daher auch der Beiname Mannequin-Erkrankung. Dass Schminke und Co. die Sache jedoch nur noch schlimmer machen, ist hingegen nur wenigen bewusst. Neben der Verwendung zu vieler verschiedener Kosmetikprodukte kann  auch eine hohe Dauerstressbelastung in Beruf und Privatleben ein Auslöser sein. Da die Haut seelische Belastungen wie Stress und Anspannung sehr schnell widerspiegelt, endet das oftmals mit den bekannten Stresspickeln. Wird dann falsch reagiert kann eine so genannte Periorale Dermatitis entstehen. Durch die Überlegung der Haut kann die natürliche Barrierefunktion angegriffen werden, wodurch die Hornschicht aufquillt und die Haut an Feuchtigkeit verliert.

Mannequin-Erkrankung = Periorale Dermatitis

Wie viele Menschen von der Hauterkrankung betroffen sind, konnte bis her noch nicht belegt werden. Allerdings scheint es aufgrund der hektischen Lebensstile und der gesteigerten Verwendungen von kosmetischen Produkten immer häufiger aufzutauchen. Die Periorale Dermatitis gilt als eine nicht ansteckende Hauterkrankung die, wie der Name schon verrät, intervallmäßig und nur an bestimmten Bereichen auftritt. In den meisten Fällen betrifft die Erkrankung spezielle Gesichtsstellen wie etwa die Mundregion, kann sich jedoch auch auf die Wangen oder die Region um die Augenlieder ausweiten. Die Symptome der Erkrankung können relativ unterschiedlich ausfallen, dennoch leiden die meisten Betroffenen unter Hautausschlägen, Pickeln und sich schuppenden Hautstellen. „Es handelt sich um eine Intoleranzreaktion der Gesichtshaut, der eine wiederkehrende Irritation zugrunde liegt“, so Dr. Andreas Wollenberg, Oberarzt der Hautklinik am Klinikum der Universität München. Ein besonders gesteigertes Risiko dafür eine solche Intoleranz zu entwickeln stellten Experten vor allem bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren fest. Vermutlich weil in dieser Altersgruppe ein großes Stresspotential herrscht und verstärkt auf das Aussehen geachtet wird.

Guter Wille, schlechte Effekte

Ist eine Periorale Dermatitis ausgebrochen und die Haut bereits ausgetrocknet, so entstehen Hautrötungen mit kleinen Knötchen und Bläschen. Ein schmaler Streifen um die Mundregion herum bleibt hingegen verschont. „Dabei handelt es sich um eines der typischsten Merkmale dieser Hauterkrankung“, so Dr. Wollenberg. Hinzukommt dass die geröteten Stellen wahnsinnig jucken und sich selbst die ach so geliebte Feuchtigkeitscreme wie Säure auf der Haut anfühlt. Unglücklicherweise lassen sich Frauen bei solch einem Problem dazu verleiten die Haut nur noch mehr einzucremen. Frei nach dem Motto: Wenn die eine Creme nicht hilft, werden eben schwerere Geschütze aufgezogen. Besonders in Hinblick auf Kosmetikprodukte mit Beschreibungen wie „für besonders trockene Haut“ auf der Packung können oft den gegenteiligen Effekt haben. Oftmals stimmt der Fettgehalt dieser Produkte nämlich nicht mit der Haut überein und kann dadurch erst recht Schäden anrichten. So leiden die Abwehrkräfte der „normalen“ Haut, wenn ihr zu viel Fett zugeführt wird. Andererseits wird der Säureschutzmantel einer öligen Haut zerstört sofern ihr nach einer austrocknenden Reinigung zu wenig Fett verabreicht wird. In beiden Fällen haben die Produkte also eine völlig gegenteilige Auswirkung und machen Hautprobleme nur schlimmer, anstatt sie zu lindern.

Behandlung der Mannequin-Erkrankung

Nachdem die Mannequin-Erkrankung vorwiegend bei Frauen auftritt, die sehr viel Kosmetik verwenden, ist die Behandlung für viele erst mal ein kleiner Schock. Das einzige was jetzt noch hilft, ist nämlich auf alles und zwar wirklich auf alles zu verzichten. Keine Abschminkprodukte, kein Make up nichts! „Nur das Waschen mit Wasser ist noch erlaubt“, so Dr. Thomas Bieber, Dermatologe der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.  Das ist bei den ganzen roten Flecken im Gesicht natürlich nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Doch nur wenn all die kleinen Schönheithelferchen eine Zeit lang beiseite gestellt werden kann sich die Haut wieder regenerieren und die Periorale Dermatitis ohne Narbenbildung abklingen. Das klingt ja schon mal gut, wäre da nur nicht noch ein kleiner Haken, der die Null-Komma-Gar-Nichts Methode ziemlich schwierig gestaltet: In den ersten Tagen wird sich das Hautbild nämlich verschlechtern. Sprich es kommen noch mehr rote Stellen hinzu und man hat kein Make-Up mehr um sie zu überdecken. In dieser Phase heißt es aber stark bleiben und sich lieber mal vorübergehend vom Spiegelbild verabschieden. Wer dann nämlich wieder anfängt zu schmieren und zu spachteln – der katapultiert sich wieder auf Tag Null zurück. Auch kortisonhaltige Salben, die von Hautärzten gerne für eine schnelle Heilung verschrieben werden, können fatale Folgen haben. Oftmals kommen die Symptome anschließen noch stärker zurück als zuvor.

In diesem Sinne bleibt nur eine Möglichkeit: Augen zu und durch!