Leben

Millennials: Die Hälfte hat kein erfülltes Sexualleben 

Ist sexuelle Unzufriedenheit ein Problem der gesamten Generation Y? /Bild: Fotolia
Millennials: Die Hälfte hat kein erfülltes Sexualleben 
Catharina Kaiser

Wenn man viel Zeit mit dem Durchforsten diverser Social Media Plattformen verbringt, bekommt man schnell das Bild, dass alle jungen Erwachsenen ein perfektes Sexualleben haben. Wie bei so vielen Dingen im Leben, stellt sich jedoch heraus, dass die Medien auch in dieser Hinsicht nicht wirklich mit der Realität übereinstimmen. Das erfüllte Sexualleben, dass darin so häufig präsentiert zu werden scheint, ist neuesten Studien zufolge nämlich wirklich eine Schwindelei. Denn tatsächlich sind knapp 50% der Frauen im Millennial-Alter unzufrieden mit ihrem Sexualleben. Eine Tatsache, auf die man dank Instagram und Co. niemals kommen würde. 

Millennials vs. erfülltes Sexualleben 

Im Rahmen einer Public Health England Studie aus Großbritannien wurden 6.000 Frauen unterschiedlicher Altersgruppen zu ihrer sexuellen Zufriedenheit befragt. Überraschenderweise berichtete etwa die Hälfte der 25-34- Jährigen, dass sie in den letzten 12 Monaten kein sexuelles Hochgefühl erlebt hatten. Ist diese Unzufriedenheit also tatsächlich das Problem einer ganzen Generation und warum finden Millennials keine Freude mehr daran? Leider liefert die Studie auf keine der beiden Fragen eine Antwort. Doch möglicherweise könnte der derzeitige Fokus auf die reproduktive Gesundheit ein Grund dafür sein. So gaben etwa 60% der befragten Teilnehmerinnen im Millennial-Alter an, mit Symptomen der reproduktiven Gesundheit, wie schmerzhaften Perioden, zu kämpfen. Ebenso viele Frauen erleben auch regelmäßig PMS und Krämpfe, was das sexuelle Vergnügen definitiv beeinträchtigt. Zudem gaben 35% der Frauen an, dass sie sich um eine mögliche Schwangerschaft sorgen, was beim Sex ebenfalls nicht gerade vorteilhaft ist. Klar, wenn man ständig Panik davor hat, dass das Kondom platzen könnte, ist man jetzt nicht unbedingt sonderlich entspannt. „Ein erfülltest Sexualleben zu genießen ist allerdings unglaublich wichtig, nicht nur für das physische sondern auch für das mentale und emotionale Wohlbefinden von Frauen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass sexuelles Vergnügen ein wesentlicher Bestandteil der reproduktiven Gesundheit ist, jedoch viele Frauen – obwohl sie sexuelle Funktionsstörungen melden – keine Hilfe suchen“, erklärt Studienautorin Sue Mann.  

Die Studie lässt leider viele Fragen offen und scheint auch keine tatsächlichen Lösungsvorschläge für ein so weit verbreitetes Problem zu liefern. Doch wenn es eine Sache gibt, die man aus den Ergebnissen ziehen kann, so ist es, dass jede Frau ein erfülltes Sexualleben oder entsprechende Hilfe verdient hat.