Gesundheit

Muss die Pille sein? 4 hormonfreie Verhütungsmethoden

Kupferspirale, Femidom und Kondom können anstatt der Antibabypille zur Verhütung verwendet werden. /Bild:Fotolia
Muss die Pille sein? 4 hormonfreie Verhütungsmethoden
Julia Haberl

Die „Antibabypille“ gilt als Verhütungsmittel Nummer 1. Außerdem ist sie mitunter eines der sichersten Mitteln zur Verhütung. Die Pille zählt zu den hormonellen Verhütungsmethoden. In Form kleiner Tabletten werden dem Körper Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) oder Gestagene (Schwangerschaftshormone) zugeführt. Damit wird eine Schwangerschaft vorgetäuscht, um die Eireifung und den Eisprung zu verhindern. Außerdem wirkt die Pille auf den Gebärmutterhalsschleim, damit die Spermien beim Geschlechtsverkehr nicht in die Gebärmutter gelangen. Im Normalfall wird die Pille 21 Tage lang eingenommen, dann folgt eine 7-tägige Pause, in der die Regelblutung einsetzt. Nach den 7 Tagen beginnt die Einnahme erneut. Inzwischen gibt es auch schon Präparate, die durchgehend über 4 Wochen zugeführt werden, auch hier erfolgt nach 3 Wochen die Monatsblutung. Die Einnahme der Pille erfolgt also ganz einfach und unkompliziert.

Die Meinungen gegenüber der Antibabypille bleiben umstritten. Trotz ihrer guten Wirksamkeit und einfachen Anwendung kann sich die Pille negativ auf unseren Körper auswirken. Unter anderem wird der eigene Hormonhaushalt aus den Gleichgewicht geworfen und der Körper muss sich an diese Veränderung anpassen. Dies kann in manchen Fällen zu starken Nebenwirkungen führen. Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen, Gewichtszunahme und Einschränkung des sexuellen Verlangens sind einige Beispiele dafür. Es gibt aber auch Alternativen zur herkömmlichen Antibabypille! Um unseren Körper vor der Zufuhr mit Hormonen zu bewahren, haben wir hier eine Auswahl andere Möglichkeiten für euch zusammengefasst.

1. DIE KUPFERSPIRALE

Die Kupferspirale ist eine kleine T-förmige Kunststoffstruktur, die mit einem Kupferdraht umwickelt ist. Sie wird vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter eingesetzt und soll so der Verhütung, ohne den Einsatz von Hormonen, dienen. Es werden kontinuierlich Kupferionen von der Spirale abgegeben, die die Überlebungsfähigkeit von Spermien vermindert oder diese sogar abtötet. Somit wird eine Befruchtung verhindert. Kupferspiralen können für ca. 3 bis 5 Jahre in der Gebärmutter zur Verhütung dienen.

2. DAS KONDOM

Kondom

Das Kondom ist ebenfalls ein alternatives, hormonfreies Verhütungsmittel. Es wird vom Mann vor dem Geschlechtsverkehr über das Glied gestülpt und verhindert das Eindringen der Spermien in das weibliche Geschlechtsorgan. Außerdem schützt das Kondom vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel vor Aids, Clamydien oder Tripper. Leider ist das Kondom ein weniger sicheres Verhütungsmittel und es muss unbedingt auf eine korrekte Anwendung geachtet werden, damit es auch seine Wirkung erzielt. Kondome können im Drogeriemarkt erworben werden.

3. DAS FEMIDOM

Das Femidom richtet sich nach dem ähnlichen Prinzip, wie das Kondom des Mannes. In diesem Fall wird es aber von der Frau in Form einer dünnen Kunststoffhülle in die Vagina eingeführt. Dies Hülle passt sich an die Scheidenwand an und soll somit die Spermazellen auffangen und verhindern, dass diese in die Gebärmutter gelangen. Wie das Kondom schütz das Femidom vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten, eine optimale Sicherheit ist aber nur bei richtiger Anwendung gegeben.

4. DER VERHÜTUNGSSCHWAMM

Schwamm

Dies ist ein Kunststoffschwämmchen, welches mit einer samenabtötenden Substanz markiert wurde. Es wird von der Frau in die Vagina eingeführt. Dies kann bereits einige Stunden vor dem Geschlechtsverkehr erfolgen. Nach dem Verkehr soll mit dem Entfernen des Schwämmchens noch 1-2 Stunden gewartet werden, um sicherzugehen, dass alle Spermazellen abgetötet wurden. Der Schwamm kann bis zu 24 Stunden in der Vagina behalten werden. Jedoch ist es ratsam, diesen bereits nach ca. 12 Stunden zu entfernen, um das Risiko für die Entstehung von Infektionen zu minimieren.