Gesundheit

Nahrungsergänzungsmittel bei Vitamin D-Mangel – brauchen wir das wirklich?

Vitamin D steckt nicht nur in verschiedenen Lebensmitteln, es kann auch durch die Sonne aufgenommen werden. /Bild:Fotolia
Nahrungsergänzungsmittel bei Vitamin D-Mangel – brauchen wir das wirklich?
Melanie Payerl

Ein Großteil der Bevölkerung leidet an einem Vitamin D- Mangel. Jener Mangel steht unter Verdacht Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stimmungsschwankungen sowie Diabetes zu begünstigen. Jüngste Forschungen haben jedoch gezeigt, dass sehr wenig über Vitamin D als Nährstoff bekannt ist. Dr. Kelly Pritchett ist Diätassistentin und betont, dass bereits seit zehn Jahren verstärkt öffentlich über Vitamin D diskutiert wird. Vitamin D-Präparate sind auch deshalb immer beliebter geworden. Noch vor 20 Jahren nahmen weniger als 1 Prozent der Erwachsenen Amerikaner Vitamin D Präparate ein. Knapp 15 Jahre später griff bereits jeder fünfte US-Bürger zu Vitamin D-Präparaten. Der Vitamin-D-Forscher Clifford Rosen, MD, Direktor der klinischen und translationalen Forschung aus Scarborough macht Wunschdenken dafür verantwortlich.

Studienergebnisse sind nicht eindeutig

Vitamin D

Eine Studie, die vom National Institutes of Health finanziert wurde, untersuchte fast 26.000 gesunde US-Amerikaner. Die StudienteilnehmerInnen wurden dabei in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm Vitamin D-Präparate und die andere nahm Placebos ein. Die Wissenschaftler dieser Studie kamen wiederum zu dem Entschluss, dass die Einnahme von Vitamin D-Präparaten das Risiko von Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt nicht senken. Andere Studien kamen wiederum zu anderen Ergebnissen. Der Experte Clifford Rosen meint aber auch, dass es möglich sein kann, dass Vitamin D das körpereigene Immunsystem stärken kann.

Vitamin D Präparate

Vitamin D

Ein Vitamin D-Mangel kann bei einer Blutuntersuchung durch den Hausarzt festgestellt werden. Wer keinen Vitamin D-Mangel hat, der muss auch keine zusätzlichen Präparate einnehmen, so Dr. Prichett. Durch die Ernährung ausreichend Vitamin D zu bekommen, ist nicht ganz einfach, denn nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D wie etwa fette Fischsorten wie Lachs. Der tägliche aktuelle Empfehlungswert an Vitamin D bei Erwachsenen liegt bei 600 IUs. Neben Nahrungsergänzungsmitteln kann aber auch die Sonne den Vitamin D-Spiegel aufbessern. Wenn die ultravioletten Strahlen der Sonne auf unsere Haut treffen, löst dieses Licht die Produktion von Vitamin D in unserem Körper aus. Dazu muss sich niemand stundenlange in der Sonne bräunen, es reichen bereits 10 bis 15 Minuten täglich aus. Das bedeutet auch, dass erst nach zehn bis 15 Minuten in der Sonne Sonnencreme verwendet werden soll. Jedem sollte jedoch auch bewusst sein, dass Sonneneinstrahlung Hautkrebs verursachen kann. Dr. Rosen geht davon aus, dass auch Dosen von bis zu 4.000 IUs täglich in Ordnung sind. Wer aufgrund seines Jobs nicht ausreichend in der Natur und an der Sonne sein kann, der sollte in jedem Fall zu Vitamin D-Präparaten greifen.