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Nationales Programm animiert Kinder zu Sport & gesunder Ernährung

Weil dicke Kinder die kranken Erwachsenen von Morgen sind ! /Bild: Fotolia
Nationales Programm animiert Kinder zu Sport & gesunder Ernährung
Trixi Kouba

Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen nehmen stetig zu. Das österreichische Programm EDDY zeigt Wege zur Umkehr und Prävention auf. Mit Erfolg.

Dicke Kinder sind die kranken Erwachsenen von morgen. Übergewicht und Adipositas in der Kindheit können zu Herzkrankheiten, Diabetes oder anderen chronischen Krankheiten führen, wenn nicht entschieden entgegengesteuert wird“, betont der Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres in einer OTS-Aussendung. Um Wohlstandserkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen langfristig vorzubeugen, müsse Prävention bereits im Kindheitsalter ansetzen. Auf Initiative des Österreichischen Herzfonds führt das ÖAIE nun erstmals eine Studie (EDDY – Effect of sports and diet trainings to prevent obesity and secondary diseases and to influence young children’s lifestyle) in mehreren Wiener Schulen durch, um Grundlagen für ein nationales Präventionsprogramm zu schaffen. Das Programm zeigt im ersten Lauf eine Erfolg bei den Kindern. Laut Szekeres gilt es nun, Projekte dieser Art auf ganz Österreich auszuweiten. Er betont die Einbindung der Eltern bei der Prävention von Übergewicht ihrer Kinder. Schließlich würden Erwachsene eine Vorbildfunktion innehaben und müssten einen gesunden Lebensstil vorleben.

41 Millionen Kinder übergewichtig oder fettleibig

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Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit bereits 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig. Die Zahlen steigen dramatisch. Die WHO hat Übergewicht und Fettsucht bereits den Kampf angesagt und als Ziel mit oberster Priorität bis 2020 festgesetzt. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan bezeichnet Übergewicht sogar als weltweit größte Gesundheitsbedrohung. Eine Studie aus vier Wiener Schulen zeigte, dass von den insgesamt 146 Kindern bereits 24 Prozent übergewichtig sind. Neun Prozent leiden an Adipositas. Nur zehn Prozent sind sich bewusst, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Essens einen Einfluss auf das Gewicht hat. 26 Prozent der Kinder essen nie Gemüse, mehr als die Hälfte weniger als einmal pro Tag. Blutuntersuchungen im Rahmen der EDDY-Studie zeigten zudem Eisenmangel, Vitaminunterversorgungen und andere Auffälligkeiten bei den Schülern.

Wie EDDY funktioniert

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Im EDDY-young Programm bekommen Volksschüler zwei Semester lang Ernährungs- und Bewegungsintervention im Unterricht. Davon nehmen acht Stunden das Thema Ernährung ein und beinhalten Experimente und Übungen. Weitere 16 Stunden finden als Bewegungseinheiten im Rahmen des Schulunterrichts statt. Die Zwischenergebnisse des Projekts zeigen tatsächlich Wirkung, so Kurt Widhalm, Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin und Leiter des Projekts. Mit einer eigens für das Programm entwickelten Smartphone-App können die 10- bis 12-Jährigen spielerisch ihr Wissen vertiefen. „Callys“ können hier mit gesunden oder ungesunden Lebensmitteln gefüttert werden. Bei ungesunder Ernährung wird „Cally“ dicker und energieloser. Zusätzlich können die Kinder mit Quizfragen ihr Wissen testen. Um den Erfolg zu messen, wird das Wissen über Ernährung sowie die körperliche Fitness der Schüler erhoben und mit einer Kontrollgruppe verglichen.