Gesundheit

Neue Hoffnung für Querschnittsgelähmte: OP-Methode ermöglicht Armbewegungen

Eine neue OP-Methode führte zu enormen Erfolgen/ Bild: Fotolia
Neue Hoffnung für Querschnittsgelähmte: OP-Methode ermöglicht Armbewegungen
Paulin Klärner, BA

Alltägliche Dinge wie Zähneputzen, Essen und die Bedienung elektronischer Geräte… all diese Dinge, die uns selbstverständlich erscheinen, sind für Betroffene von Querschnittslähmung ein schöner Traum – zumindest bis jetzt. Ein Forscherteam von Austin Health in Melbourne hat diesen Traum nämlich gerade ein bisschen realistischer gemacht.

Hand- und Armbewegungen durch neue OP-Methode

ForscherInnen leisten tagtäglich Großes – so auch bei einem Expertiment, dessen Erfolg vor kurzem im Fachjournal „The Lancet“ behandelt wurde. Mit einer brandneuen, noch kaum angewandten OP-Methode konnten ChirurgInnen bei 13 von 16 querschnittsgelähmten PatientInnen (mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren) mithilfe von Nerventransplantationen die Bewegungsfähigkeit von Armen und Händen (wieder)herstellen. Die Voraussetzungen waren jedoch, dass die Verletzung des Rückenmarks der PatientInnen nicht länger als 18 Monate in der Vergangenheit lag und dass Schulter- sowie Ellenbogenfunktionen zumindest noch zu einem Teil vorhanden waren.

Hierbei wurden die Nervenstränge oberhalb des sechsten Halswirbels so umgeleitet, dass sie in die Armmuskeln einwachsen und so Bewegungs-Impulse senden konnten. Mit regelmäßiger physiotherapeutischer Unterstützung schafften es die 13 PatientInnen laut Studie innerhalb von 2 Jahren Tätigkeiten wie das Benutzen von Computern, eigenständiges Zähneputzen oder die Kontrolle ihre Rollstuhls zu erlernen. Studienleiterin Natasha van Zyl zeigt sich begeistert über die Ergebnisse: Dass ihre Hände wieder funktionieren, hat für Querschnittsgelähmte oberste Priorität, noch vor dem Gehen und sexuellen Funktionen“. Die Studie ist ein großer Schritt für die Forschung und ein Anstoß für weitere Forschungs-Experimente mit Nervensträngen, um die Beweglichkeit von gelähmten Gliedmaßen wiederherzustellen. „Keiner der Teilnehmer bereute die Operation, und alle gaben an, dass sie es wieder tun und es anderen empfehlen würden“, meint Zyl weiters.