Gesundheit

Studie bringt Pestizid-Belastung während der Schwangerschaft mit Autismus in Verbindung

Laut einer Studie der Columbia University steht das Pestizid DDT mit einem erhöhten Autismus-Risiko in Verbindung/ Bild: Fotolia
Studie bringt Pestizid-Belastung während der Schwangerschaft mit Autismus in Verbindung
Paulin Klärner

Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die auch (aber nicht ausschließlich) genetisch bedingt auftritt. Es wird bereits seit Jahrzehnten über die zahlreichen Ursachen diskutiert – Experten gehen von einer Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren aus. Auch Pestizide wurden bereits öfters im Zusammenhang mit der Entwicklungsstörung genannt. Ein Forscherteam legte nun die Ergebnisse seiner Studie „Association of Maternal Insecticide Levels With Autism in Offspring From a National Birth Cohort“ auf den Tisch.

Erhöhtes Autismus-Risiko durch Pestizid-Belastung?

Die im April 2018 im American Journal of Psychiatry veröffentliche Studie hat den Zusammenhang des Autismus-Risikos und der Pestizidbelastung der Mutter während der Schwangerschaft unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler der Columbia University’s Mailman School of Public Health in New York City und Forscher der finnischen University of Turku und dem National Institute of Health and Welfare haben sich hierbei auf das Insektizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) konzentriert. Jenes Pestizid wurde bereits im 19. Jahrhundert aufgrund seiner Fähigkeit, zahlreiche Krankheitserreger im Keim zu ersticken, verwendet und später dazu genutzt, Typhus und Malaria unter Kontrolle zu bringen. Im Laufe der Zeit wurde der Stoff auch zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft eingesetzt. Das Problem? DDT ist ein fettlöslicher Stoff und in der Natur schwer abbaubar, weshalb er sich gerne im Fettgewebe von Menschen einlagert. Das Pestizid ist mittlerweile in den meisten Ländern der Welt verboten, einige verwenden es allerdings immer noch. In afrikanischen Länder wird laut WHO immer noch DDT gegen Malaria gespritzt.

Krebserregender Stoff mit Folgen für den Menschen

DDT ist krebserregend und kann laut den Wissenschaftlern den Hormonhaushalt und somit auch die Entwicklung von Embryonen beeinträchtigen. Laut vorhergegangenen Studien konnte DDT sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden. Für die Untersuchung der Forscher wurden Blutproben von über 750 autistischen Kindern sowie gesunden Kinder und deren Müttern untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Autismusrisiko fast um ein Drittel höher war, wenn die Mütter erhöhte Werte des Pestizids im Blut aufwiesen. Extrem hohe Werte im Blut der Mutter führten demnach sogar zu einem doppelt so hohen Risiko. Wir denken stets, dass diese hochgiftigen Chemikalien ja längst verboten sind und schon lange nicht mehr eingesetzt werden. Leider sind sie nach wie vor in unserer Umwelt, in unserem Blut und unseren Organen (…) In der Schwangerschaft gelangen die Chemikalien zum Embryo. Gemeinsam mit einer entsprechenden genetischen Veranlagung und möglicherweise noch anderen Umweltfaktoren können Pestizide wie DDT die Entstehung von Autismus triggern“, schlussfolgert Studienautor Dr. Alan Brown.