Gesundheit

Neue Studie: Erbgut des Weißen Hais könnte bei Krebsheilung helfen

Die Krebshemmungs-Strategien des Weißen Hais könnten für die Krebsforschung genutzt werden/ Bild: Fotolia
Neue Studie: Erbgut des Weißen Hais könnte bei Krebsheilung helfen
Paulin Klärner

Kein Tier wurde und wird aufgrund seiner medialen Inszenierung als Bösewicht so gerne gejagt und als Trophäe ausgestellt. Sein schlechter Ruf wurde ihm zum Verhängnis – mittlerweile gehört der Weiße Hai zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Und obwohl es immer wieder Hai-Angriffe auf Menschen gibt, werden diese zu einem unverhältnismäßigen Bild aufgebauscht, das mit der Realität relativ wenig gemeinsam hat. Etwa 9 Menschen werden demnach jährlich von Haien getötet, 100 Millionen Haie von Menschen. Doch nicht nur seine vermeintliche Blutrünstigkeit macht den weißen Hai für uns Menschen so interessant – Forscher sind vor allem an seinem Erbgut interessiert.

Krebsforschung: Das Genom des Weißen Hais

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Das Forscherteam um Mahmood Shivji von der Nova Southeastern University in Florida, und Michael Stanhope vom Cornell University College für Veterinärmedizin hat sich im Rahmen ihrer im Fachblatt „PNAS“ veröffentlichten Studie mit dem Genom des Weißen Hais auseinandergesetzt. Mit diesem neugewonnenen Wissen könnte man nicht nur den Schutz des mystischen Meeresbewohners forcieren, die Ergebnisse sind auch für die  Krebsforschung interessant.

Genom-Stabilität vs. Genom-Instabilität

Die Forscher fanden im Rahmen ihrer Untersuchungen auffallende molekulare Anpassungen bei Genen, die für den Schutz der DNA eine zentrale Rolle spielen. Hierbei handelt es sich um „genetische Abwehrmechanismen“, die DNA-Schäden entgegenwirken, was folglich zur sogenannten „Genom-Stabilität“ führt. „Genom-Instabilität“, die durch Schäden in der DNA entsteht, führe im Gegensatz dazu oft zur Entstehung von Krebs. „Genom-Instabilität spielt eine wichtige Rolle in einigen schweren Krankheiten bei Menschen. Wir finden nun heraus, dass die Natur in den großen und langlebigen Haien ausgeklügelte Strategien entwickelt hat, um die Stabilität des Genoms aufrechtzuerhalten“, so Studienleiter Shivji. Demnach besitzt der Weiße Hai besonders viele jener Gene, die beschädigte Zellen aussortieren.

Krebshemmungs-Strategien und schnelle Wundheilung

Die Forscher erklären, dass Lebewesen rein theoretisch mit steigender Körpergröße sowie steigendem Alter auch ein steigendes Krebsrisiko haben, da sie eine höhere Anzahl an Zellen besitzen, die befallen werden könnten. Da dies aber nicht der Fall ist (der Weiße Hai kann bis zu 6 Meter lang, 3000 Kilogramm schwer und 70 Jahre alt werden), schlussfolgern die Forscher, dass manche Tiere über die Zeit eine evolutionäre Krebshemmungs-Anpassung entwickelt haben, die zu genomischer Stabilität führt. Auch bei der Wundheilung ist der Weiße Hai bekanntermaßen ein besonderer Fall, denn seine Verletzungen (große, sowie kleine) heilen auffallend schnell. Verantwortlich hierfür ist laut Wissenschaftern ein Gen, das die Blutgerinnung steuert.

Die fortlaufenden Forschungen rund um das Erbgut des Weißen Hais könnten für die Krebsforschung und andere gesundheitliche Bereiche hilfreich sein und gleichzeitig den Schutz des klugen und hochinteressanten Wesens fördern, schlussfolgern die Forscher.

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