Allergie

Neue Therapie bei Erdnussallergie

Erdnüsse sind häufig der Auslöser für einen anaphylaktischen Schock. /Bild: Fotolia
Neue Therapie bei Erdnussallergie
Melanie Payerl

Weltweit leiden Millionen Menschen unter einer Erdnussallergie. „Kann Spuren von Nüssen enthalten“ – ein Satz, der für Nussallergiker eine ständige Bedrohung darstellt. Mit Hilfe einer neuen Behandlung kann Menschen mit Erdnussallergie bald geholfen werden. Dank einer wirksamen Behandlungsmethode werden es Betroffene bald nicht mehr so schwer bei der Auswahl von Lebensmitteln haben. Laut des American College für Allergie, Asthma und Immunologie (ACAAI) sind fast 2,5 Prozent der Kinder in den Vereinigten Staaten von einer Erdnussallergie betroffen. Seit 2010 stieg die Zahl der betroffenen Kinder um rund 21 Prozent, so die Spezialisten. Nahrungsmittel, die 100-prozentig frei von jeglichen Nüssen sind, sind für Allergiker besonders wichtig. Denn manche Nuss-Allergiker können bereits beim minimalen Verzehr von Erdnüssen einen anaphylaktischen Schock bekommen, auch wenn nur Spuren von Nüssen enthalten sind. Um diese Reaktion zu vermeiden, gilt es für Allergiker bei der Auswahl ihrer Lebensmittel besonders Acht zu geben.

Neue Behandlungsmethode klingt vielversprechend

Nuesse

Eine neue Behandlung, die von einem internationalen Forscherteam entwickelt wurde, kann Menschen mit diversen Nahrungsmittelallergien möglicherweise bald helfen. Die Behandlung zielt darauf ab, eine ausreichende Toleranz gegenüber Erdnüssen aufzubauen, so dass der betroffene Erdnussallergiker eine versehentliche Aufnahme von Nüssen problemlos bewältigen kann. Dr. Stephen Tilles, Präsident der ACAAI, sieht diese Behandlungsmethode als sehr positiv, denn damit kann auch Kindern und Jugendlichen, die an einer Erdnussallergie leiden, geholfen werden. Denn für diese ist es in der Regel am schwierigsten sich bei der Auswahl der Lebensmittel stringent daran zu halten, keine Nüsse zu verspeisen. Oftmals sind diese versteckt in diversen Lebensmitten enthalten, in denen sie auf den ersten Blick gar nicht vermutet werden. Die Ergebnisse der Forschung wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Wie erfolgt die Therapiemethode?

Erdnuss

Bei der durchgeführten Studie wurde die Wirksamkeit einer neuen oralen Immuntherapie gegen Erdnussallergie getestet. Dabei handelt es sich um ein orales biologisches Medikament, das eine tägliche Erhaltungsdosis von 300 Milligramm Erdnussprotein liefert. An der Studie haben sowohl Kinder als auch Erwachsene teilgenommen. Der Altersdurchschnitt der Probanden lag zwischen vier bis 17 Jahren. Alle Teilnehmer hatten eine Erdnussallergie. Zu Beginn und gegen Ende der Studie stellten sich die freiwilligen Studienteilnehmer einer Herausforderung: Sie aßen eine kleine Menge an Erdnüssen. Dies  hatte den Zweck, den Schweregrad der allergischen Reaktion festzustellen. Zwei Drittel der Probanden erhielten das Medikament AR101 verabreicht, das andere Drittel erhielt Placebos. Die Forscher der Studie konnten feststellen, dass 80 Prozent der Teilnehmer ihre tägliche Erhaltungsdosis erreicht hatten, was in etwa einer Erdnuss entsprach. Nach einer Behandlung nach neun bis zwölf Monaten konnten zwei Drittel der Probanden bereits zwei Erdnüsse pro Tag essen, einige konnten sogar vier Stück verspeisen, ohne einen anaphylaktischen Schock zu erleiden. Am Ende der Studie konnten die Probanden im Durchschnitt eine rund 100-fach höhere Dosis an Erdnüssen einnehmen, als zu Beginn der Studie möglich war. Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen mit Erdnussallergien, die dieses Medikament in Zukunft einnehmen, so viele Erdnüsse essen können, wie sie wollen, so Dr. Jay, die ebenfalls an der Studie mitarbeitete. Es wird das Leben der Allergiker jedoch in jedem Fall erleichtern.  In jeglicher Hinsicht ist diese Behandlung ein Durchbruch in der Behandlung von Erdnussallergien. Vermutlich wird das Medikament bereits 2019 verfügbar sein.