Gesundheit

Neurowissenschaft: Das weibliche Gehirn altert langsamer als das männliche

Neurowissenschaft: Das weibliche Gehirn altert langsamer als das männliche
Paulin Klärner

In der Forschung ist schon länger bekannt, dass das menschliche Gehirn mit den Lebensjahren seinen  Stoffwechsel verlangsamt. Jenes der Frauen altert in dieser Hinsicht laut jüngsten Erkenntnissen aber langsamer als das der Männer und ist demnach sogar rund „3 Jahre jünger“. Wie die Forscher das herausgefunden haben? Mithilfe von Messungen der Verarbeitung von Glucose (Traubenzucker) im Gehirn. 140 Gramm davon werden täglich vom Gehirn verbraucht – und wie diese Verstoffwechselung von statten geht, ändert sich mit dem steigenden Alter.

Frauengehirne rund 3 Jahre jünger

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Das Forscherteam um Manu S. Goyal vom Mallinckrodt Institute of Radiology der Washington University School of Medicine hat 205 TeilnehmerInnen zwischen 20 und 82 Jahren mittels PET-Aufnahmen („Positronen-Emissions-Tomographie“) im Tomographen untersucht. Hierbei wurde überprüft, wie viel Zucker und Sauerstoff die Gehirne jeweils verbrauchten, wodurch man darauf schließen kann wie „alt“ das jeweilige Gehirn ist. Mithilfe eines Computerprogramms, das durch Messungen und Muster die Korrelation zwischen Hirnstoffwechsel und Alter des Gehirns lernen kann, kamen die Forscher zu ihren Ergebnissen. Zuerst wurde das Programm auf Männer trainiert und bei Frauen durchgeführt. Das Ergebnis: Das Programm schätzte die Frauen(gehirne) im Schnitt um 3,8 Jahre jünger. Um die Ergebnisse zu überprüfen wurde die künstliche Intelligenz schließlich auf Frauen trainiert und an Männern gemessen: Die Männer wurden hierbei 2,4 Jahre älter geschätzt.

Warum altert das weibliche Gehirn langsamer?

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Die Hormone sind eine Erklärung, meinen die Forscher. Während der Pubertät ändern sich außerdem die „Muster der Hirndurchblutung“ bei männlichen Jugendlichen schneller, Frauen haben also in der Adoleszenz einen vergleichsweise jüngeren Hirnstoffwechsel.  „Die Männergehirne altern nicht schneller, sie beginnen das Erwachsenenleben mit einem drei Jahre älteren Gehirn (hinsichtlich des Stoffwechsels) als ihre weiblichen Altersgenossinnen; dieser Unterschied bleibt offenbar bis zum Lebensende erhalten“, erklärt Studienleiter Goyal in einer Aussendung zur Untersuchung. Die Ergebnisse könnten eine Erklärung dafür sein, warum Frauen bei Denk- und Gedächtnisaufgaben oft besser sind als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen.