Niederlande: Frauen mit falschen Spermien befruchtet

Achtung, Verwechslung - wie konnte das passieren ? /Bild: Fotolia
Niederlande: Frauen mit falschen Spermien befruchtet
Trixi Kouba

In den Niederlanden hat eine Fruchtbarkeitsklinik möglicherweise 26 Frauen mit falschen Spermien befruchtet. Ein „Verfahrensfehler“ könnte schuld daran sein, dass die Frauen bei einem In-Vitro-Verfahren Spermien eines anderen Mannes erhielten, als die des Wunschvaters. Einige der Frauen hätten das Kind bereits zur Welt gebracht.

Bereits Kinder zur Welt gebracht

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Die besagten In-Vitro-Behandlungen wurden zwischen 2015 und 2016 durchgeführt. In einer Erklärung der Universitätsklinik in Utrecht hieß es: „Es besteht die Möglichkeit, dass Eizellen mit Sperma befruchtet wurden, das nicht von dem beabsichtigen Vater stammt.“ Alle Beteiligten seien schon informiert worden. Die Angelegenheit wird nun untersucht. Die Hälfte der möglicherweise falsch Behandelten sei schon schwanger, mehrere Patientinnen hätten bereits ein Kind geboren.

In-Vitro-Fertilisation

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Ein Grund für die zunehmende Bedeutung der künstlichen Befruchtung ist das höhere Alter bei der Familiengründung. Immer mehr Frauen entschieden sich für einen späteren Zeitpunkt zur Schwangerschaft. Doch ab dem 35. Lebensjahr ist die Fruchtbarkeit der Frauen sehr viel schwächer. Bei einer künstlichen Befruchtung werden der Mutter fünf bis 15 Eizellen entnommen und dann in einem Reagenzglas im Labor mit den Spermien des Wunschvaters befruchtet. Anschließend werden die Eizellen nach zwei bis drei Tagen wieder in die Eierstöcke der Frau eingesetzt. Bei einer IVF kommt es überdurchschnittlich häufig zu Mehrlingen. Das liegt daran, dass bis zu drei Embryos wieder in die Gebärmutter der zukünftigen Mutter eingesetzt werden. Dadurch soll sich die Chance einer Schwangerschaft erhöhen. Dadurch kommt es relativ häufig zu zweieiigen Zwillingen. Das erste Retortenbaby wurde 1978 in England geboren. In Deutschland erblickte das erste Kind durch IVF 1981 in Erlangen das Licht der Welt. Laut der Universität Heidelberg sind heute in Deutschland bei rund 700.000 Geburten mehr als ein Prozent der Kinder der künstlichen Befruchtung zu verdanken. Verwechslungen bei künstlichen Befruchtungen kommen sehr selten vor. 2012 wurde in Singapur ein Fall bekannt, in dem eine Frau irrtümlich mit Sperma eines anderen Mannes befruchtet wurde.