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Nomophobie: Die 6 Zeichen der Handysucht

Die Handysucht hat einen Namen: Nomophobie. Psychologen haben eine Liste von Symptomen erstellt, die auf Smartphone-Abhängigkeit hindeuten. / Bild: Fotolia
Nomophobie: Die 6 Zeichen der Handysucht
Tanja Judmann

Spätestens seit dem Verkaufsstart des ersten iPhones im Herbst 2007 hat sich unser Alltag nach und nach grundlegend verändert. Auf einmal wurde das Internet mobil und man konnte es quasi einfach so mit sich herumtragen. Heute, 8 Jahre später, sind wir dank Emails, Whatsapp-Nachrichten und Social Media Apps ständig online, up-to-date und erreichbar. Egal ob unterwegs am Weg zur Arbeit, oder am Abend vor dem Schlafengehen – das Smartphone ist unser ständiger Wegbegleiter. Wer das Handy länger als eine halbe Stunde außer Acht lassen muss, wird unruhig und hat Angst, etwas Weltbewegendes zu verpassen. Unsere größte Angst ist mittlerweile, das Smartphone zuhause zu vergessen oder gar zu verlieren!

Handysucht Nomophobie

Handysucht hat einen Namen

Natürlich kann man dieser globalen Vernetzung von Kommunikationskanälen auch viel Positives abgewinnen, keine Frage. Doch wenn man beobachten kann, dass die Mitmenschen zum Großteil nur noch in gebückter Haltung und auf einen Smartphone-Screen starrend die Straße runterlaufen, ist das vielleicht schon ein Grund zur Sorge. Die Allgegenwärtigkeit von Smartphones und unsere Abhängigkeit zu ihnen aus Angst, für soziale Kontakte unerreichbar zu sein, hat mittlerweile sogar einen Namen: Nomophobie.

Handysucht Nomophobie

Sind Sie handysüchtig?

Psychologen haben eine Liste von Symptomen ausgearbeitet, die auf eine Smartphone-Abhängigkeit hindeuten. Wenn man sich diese Liste anschaut, dann kommen einem einige Punkte fast unheimlich vertraut vor.

Zum Beispiel die Tatsache, dass wir uns unwohl und unruhig fühlen, wenn wir das Handy nicht jederzeit griffbereit in unserer unmittelbaren Nähe haben können.

Oder auch das ständige Checken von Nachrichten in sämtlichen Kanälen und das Bedürfnis, auf jeden noch so kleinen Kommentar sofort zu antworten.

Manchmal denken wir sogar, dass Smartphone in unserer Hosentasche habe gerade vibriert – nur um dann nachzusehen und festzustellen, dass das ein Irrtum war. Selbst diesem Symptom wurde ein Name gegeben: „Phantom Cellphone Vibration Syndrome“.

Man hört auch nicht mehr richtig zu, was das Gegenüber zu sagen hat. Schließlich muss man auch noch nebenbei die Facebook Timeline hinunterscrollen und sehen, welche neuen Fotos bei Instagram hochgeladen wurden.

Bei Schülern kann eine eindeutige Verschlechterung der Leistungen beim Lernen auch mit der Handysucht zusammenhängen. Mittlerweile gibt es sogar Apps, die den Zugriff auf Social Media für eine gewisse Zeit blockieren, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Handysucht Nomophobie

Auch wer nur mal kurz einkaufen geht und bemerkt, dass das Handy noch zuhause liegt und einfach umdrehen muss um es zu holen, erfüllt ein Kriterium der Nomophobie.

Kann man die Smartphone-Abhängigkeit einschränken?

Vielen Menschen ist durchaus bewusst, dass ihr Leben wahrscheinlich um einiges stressfreier wäre, wenn sie die ständige Angst, unerreichbar zu sein und deswegen etwas zu verpassen, ablegen könnten. Es gibt ein paar einfache Tipps, um den Umgang mit dem Smartphone besser in den Griff zu kriegen:

Niemals während dem Autofahren am Smartphone herumtippen. Unsere Aufmerksamkeit sollte auf den Verkehr gerichtet sein, und auf nichts anderes. Wer diese Regel nicht einhält, stellt nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für seine Mitmenschen dar.

Kein Handy in Bad und WC. Dieser Punkt bedarf wahrscheinlich kaum einer weiteren Erklärung. Stellen Sie sich alleine vor, wie viele Bakterien sich auf ihrer Handyoberfläche sammeln, wenn sie ihr Telefon nicht mal in den privatesten Momenten aus der Hand legen können …

Nie wieder einschlafen, während man auf das Handy starrt. Sogar kurz vor dem Einschlafen sind viele noch ständig online. Hier ein Tweet gepostet, da ein Bild kommentiert … langweilig wird es auf Facebook, Twitter und Co. ja schließlich nie. Das blaue Licht, das von unseren Smartphone ausgestrahlt wird, lässt uns noch dazu viel schlechter einschlafen, weil es unserem Gehirn Wachheit vorgaukelt.

Das Handy abdrehen, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Es ist doch traurig, wenn man seinen Freunden in der Realität gegenüber sitzt, und dann erst wieder nur in die virtuelle Welt abtaucht, weil man lieber auf sein Smartphone starrt. Versuchen Sie, ihr Handy komplett abzuschalten – nach einer Zeit wird es Ihnen garantiert immer leichter fallen.

Das Handy zuhause lassen. Für die wirklich „Mutigen“ gibt es natürlich noch einen radikalen Vorschlag: wenn es Ihnen möglich ist, verbringen sie Ihren Arbeitstag ganz ohne Smartphone. Es muss ja auch nicht gleich der ganze Tag sein, aber vielleicht zwei, drei Stunden?

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