Ernährung

Orthorexie: Wenn gesunde Ernährung das Leben und den Alltag bestimmt

Eine gesunde Ernährung ist essentiell für ein gesundes Leben und sollte auch puren Genuss bedeuten. Menschen mit Orthorexie weisen ein zwanghaftes Essverhalten auf, das ihre Ernährung und ihr Leben stark einschränken kann. /Bild: Fotolia
Orthorexie: Wenn gesunde Ernährung das Leben und den Alltag bestimmt

Hier ein Green Smoothie mit frischem Blattspinat und Kohl, da Magerjoghurt mit Nüssen, Chia und Buchweizen: Gesunde Ernährung ist in jeder Hinsicht ein Grundpfeiler unserer Gesundheit, die auch täglich in den Alltag integriert werden sollte. Achtsam werden sollte man allerdings, wenn man sich nur mehr ernährungsphysiologisch Gesundes gönnt und dabei auf alles, das davon etwas abweicht verzichtet: Hier könnte eine Orthorexie dahinterstecken.

Von den „guten“ und „schlechten“ Lebensmitteln

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Neben bekannten und wissenschaftlich anerkannten Essstörungen wie Magersucht und Bulimie führt die Orthorexie begrifflich eher ein Schattendasein. Sie lässt sich als „ein zwanghafter Prozess, der durch extreme Sorgfalt und Auswahl dessen gekennzeichnet ist, was als reine „gesunde“ Nahrung gilt“ definieren. Menschen, die eine Orthorexie aufweisen, teilen in der Regel ihre Lebensmittel in Erlaubtes und Nicht-Erlaubtes. Besonders geachtet wird dabei auf die Qualität und den Wert für die eigene Gesundheit.

Menschen mit Orthorexie vermeiden meist zwanghaft Lebensmittel, welche künstliche Aromen und Farben oder auch Konservierungsmittel, Pestizidrückstände sowie gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe enthalten. Ebenso werden häufig ungesunde Fette sowie besonders zucker- und fettreiche Lebensmittel strikt gemieden. Erweitert stellen ebenso manchmal die Art der Zubereitung, das Geschirr und andere Werkzeuge einen Teil des zwanghaften Essverhaltens dar. In manchen Fällen kann diese strikte Einstellung schließlich ernsthaft zwanghafte Züge annehmen und den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken.

Risiko Mangelernährung

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Ein knusprig ofenwarmes Croissant und ein cremiger Cappucino mit der besten Freundin? Fehlanzeige. Abgesehen davon, dass OrthorektikerInnen ihre Nahrung häufig nicht mehr richtig genießen können, kommt es oft auch zu einer monotonen Ernährung. Manche ziehen sich aus sozialen Situationen, vor allem gemeinsamem Essen zurück und laufen die Gefahr, sich zu isolieren.

Wer ist besonders betroffen?

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Menschen, die an Orthorexie leiden, teilen häufig die Vorgeschichte oder auch bestimmte Merkmale von Magersüchtigen. Meist finden sich unter ihnen sehr bedachte, sorgfältige und ordentliche Menschen. Ihnen gemeinsam ist in der Regel ein übertriebenes und selbstauferlegtes Bedürfnis nach Selfcare und dem Schutz vor Krankheiten. Konkret sind meist Frauen, Jugendliche sowie auch SportlerInnen, die sehr auf Fitness und Aussehen achten, betroffen. Wie auch andere Essstörungen erfordert die Orthorexie in manchen Fällen eine professionelle Therapie. Diese besteht häufig in einer Inanspruchnahme von Psychotherapie und manchmal der Hilfe durch Psychopharmaka.