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Palmöl: Boykott ist auch keine Lösung

Zur Entlastung der Umwelt sollte auf heimisches Pflanzenöl gesetzt werden. /Bild: Fotolia
Palmöl: Boykott ist auch keine Lösung
Trixi Kouba

Palmöl genießt seit langem einen schlechten Ruf. Das Fett sei nicht nur schädlich für den eigenen Körper, sondern auch für die Umwelt. Die Verwendung von Palmöl in der Lebensmittelindustrie sorgt für Probleme: Plantagen rauben durch die damit einhergehende Rodung vieler Hektar Regenwald Menschen und bedrohten Tierarten wie Elefanten, Tigern und Orang-Utans ihren Lebensraum. Mittlerweile erstreckt sich der Anbau von Palmöl auf eine Fläche von über 17 Mio. ha, das entspricht der Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands. Umweltschützer fordern lautstark eine Änderung unseres Konsumverhaltens. Doch ein schlichter Boykott wäre auch falsch, meint die aktuelle Veröffentlichung des WWF „Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmfreiölen Welt“.

Palmöl boykottieren und stattdessen auf alternative Pflanzenöle setzen? Die neue Analyse zeigte, dass der 1:1-Ersatz von Palmöl durch andere tropische Pflanzenöle nicht zum gewünschten Ziel führen würde. Ein unkritischer Austausch würde das Problem nicht lösen, sondern nur verschlimmern, meinen die Umweltschützer. Vor allem sollte Palmöl nicht durch Kokos- oder Sojaöl ersetzt werden. Hierbei wird noch mehr Fläche benötigt, die Treibhausgasemissionen steigen an und die Vertreibung von noch mehr bedrohten Tierarten ist die Folge. Doch was bedeutet das nun für den Konsumenten? Sollte doch wieder auf Palmöl gesetzt werden?

Heimische Öle empfohlen

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Weltweit werden heute rund 60 Mio. Tonnen Palmöl und Palmkernöl produziert. Indonesien und Malaysia dominieren mit 99% die Exporte von Palmöl. Ein zunehmender Gebrauch in Lebensmitteln und Kosmetikartikeln, eine erhöhte Nachfrage als Energieträger und das Bevölkerungswachstum ist für eine steigende Tendenz verantwortlich. Palmöl findet sich vor allem in Schokolade und Knabberwaren, Fertiggerichten und Fleisch. Ein bewusster Konsum dieser Produkte entlastet die Umwelt und fördert die eigene Gesundheit. Statt auf pflanzliche Alternativen aus Soja oder Kokosnüssen zu setzen, wird ein Austausch von Palmöl durch heimische europäische Öle aus Raps und Sonnenblume geraten. Dadurch leidet die biologische Vielfalt weniger. Doch auch hier darf nicht vergessen werden, dass keine unbegrenzte Fläche für den Anbau vorhanden ist. Zusätzlich kann der Konsum von Palmöl stark reduziert werden.

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