Parfüms und ihre unbetörenden Nebeneffekte

Düfte und Parfüms bestimmen das Leben, rund um die Uhr ! /Bild: Fotolia
Parfüms und ihre unbetörenden Nebeneffekte
Catharina Kaiser

Düfte und Parfüms bestimmen das Leben, und zwar rund um die Uhr. Angefangen beim zumeist eher unbetörend intensiven Aftershave Geruch des Sitznachbarn im Bus, bis hin zu Duftkerzen oder Ölen im Badezimmer. Täglich umgibt uns eine riesengroßen Wolke aus Parfum und künstlichen Duftstoffen. Während die eigentliche Intention, die sich hinter dem Einsprühen mit diversen Parfüms verbirgt, zwar eine positive Sache ist, nämlich sich für fremde Nasen etwas attraktiver zu machen, sind die Resultate leider alles andere als toll. Denn blumige Duftnote hin oder her, Migräne und Asthma sind nicht gerade rosige Aussichten zu bezeichnen. Laut einer aktuellen Studie können künstliche Düfte, wie etwa Parfüms oder Kerzen, nämlich wirklich unangenehme Symptome auslösen und die Träger krank machen. So leidet etwa jede dritte Person unter Kopfschmerzen, Hautausschlägen oder Atemprobleme, die auf eine Sensibilität gegenüber Duftstoffen zurückzuführen ist. Eine weitere unabhängige Untersuchung aus dem Jahr 2014 ergab, dass rund drei Viertel aller Migräne-Vorfälle bei Frauen hauptsächlich durch Parfüms verursacht werden.

Unbekannte Inhaltsstoffe in Parfüms

Für ihr Buch „The Case Against Fragrance“ analysierte Autorin Kate Grenville gezielt potenzielle Auswirkungen künstlicher Düfte auf die Gesundheit. Nachdem sie laut eigenen Angaben in ihrer Kindheit vom Parfum ihrer Mutter derart hypnotisiert war, nahm sich Grenville die Erfahrung zum Anlass um genaue Untersuchungen bezüglich Parfüms  anzustellen. Denn auch sie schien unter einer besonderen Sensibilität zu leiden, die ihr regelmäßig Kopfschmerzen bescherte. Überraschenderweise stellte Grenville fest, dass nahezu alle modernen Parfüms und Düfte aus künstlichen Chemikalien hergestellt werden, die von den Herstellern nicht angegeben werden müssen, sondern als ein sogenanntes Geschäftsgeheimnis gelten. Logisch also, dass das zu einem Minenfeld für Allergiker werden kann. Hinzu kommt, dass bei natürlichen ätherischen Ölen, welche ebenfalls als Grundlage vieler Parfüms dienen, inzwischen toxische Wirkungen nachgewiesen wurden. Und auch die Inhaltsstoffe, durch die sich Duftstoffe erst verbreiten können, bleiben nicht ohne Risiko. „Diese Mittel können sogar Immunreaktionen stimulieren“, so Dr. Ian Musgrave, leitender Dozent für Pharmakologie an der Universität von Adelaide. So kann beispielsweise eine größere Menge B-Damascenone, eine Verbindung aus ätherischen Rosenölen und Kentucky Bourbon, allergische Reaktionen verursachen während 1,8-Cineol, wodurch Eukalyptus seinen charakteristischen Geruch erhält, Leberschäden auslösen kann.