Gesundheit

PCO-Ursache vermutlich aufgedeckt

Die Hormonstörung PCO geht meist mit verminderter Fruchtbarkeit einher. /Bild: Fotolia
PCO-Ursache vermutlich aufgedeckt
Trixi Kouba

PCO (Polyzystisches Ovar-Syndrom) ist eine der häufigsten Stoffwechselstörungen bei Frauen. Mehr als 100.000 Frauen sind in Österreich betroffen. Weltweit leiden 10-18% aller Frauen unter der Erkrankung, die als die häufigste Störung des weiblichen Reproduktionssystems angesehen wird. Oft bleibt die Hormonstörung unerkannt oder wird falsch diagnostiziert. Die Ursachen für PCO waren bisher nicht geklärt. Forscher scheinen die Auslöser nun entdeckt zu haben.

Symptome 

PCO-Betroffene weisen einen erhöhten Testosteronspiegel auf. Diese männlichen Hormone lassen die Regel oft ausbleiben, behindern die Chance auf eine Schwangerschaft und führen vermehrt zu Fehlgeburten. Zu den häufigsten Symptomen zählen Übergewicht, eine unregelmäßige Menstruationsblutung, Akne, Haarverlust im Kopfbereich, starker Haarwuchs am restlichen Körper und Unfruchtbarkeit. Nun zeigte eine wissenschaftliche Studie, was den Anstieg des Testosteronspiegels auslöst.

Auslöser für erhöhten Testosteronspiegel entdeckt

In einer neuen Studie entdeckte ein Forscherteam unter der Leitung von Paolo Giacobini, dass der AMH (Anti-Müller-Hormon)-Spiegel unter schwangeren Frauen mit PCO um 30% höher ist als bei Frauen, die nicht von der Hormonstörung betroffen sind. Das Anti-Müller-Hormon bewirkt eine sexuelle Differenzierung im Embryo und mit seiner Hilfe kann die Eizellreserve in den Eierstöcken bestimmt werden. Für die Studie injizierten Forscher schwangere Mäuse mit AMH, so dass ihr Hormonspiegel überdurchschnittlich anstieg. Der weibliche Nachwuchs dieser Versuchstiere entwickelte später PCO-Tendenzen. Die Wissenschaftler erkannten eine Überstimulation bestimmter Gehirnzellen namens GnRH-Neuronen, die für die Regulierung des Testosteronspiegels verantwortlich sind. In Folge zeigte der weibliche Nachwuchs der Versuchstiere erhöhte Testosteronspiegel im Körper. Dies wirkt auf die Fruchtbarkeit der Weibchen.

Wirkung umkehren

Bisher galt PCO als nicht heilbar, aber behandelbar. Die gute Nachricht für alle PCO-Betroffenen: Den Forschern gelang es am Beispiel der Nagetiere, die Wirkung umzukehren. Sie gaben den Mäusen ein Medikament namens Cetrorelix, welches die Symptome eliminierte. In diesem Jahr will das Team das Medikament beim Menschen testen. Die Lösung könnte eine attraktive Strategie für PCO-Patientinnen werden, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.