Gesundheit

Pelzig: Interessante Fakten zu Schimmelpilzen

Schimmelpilze produzieren schädliche Schimmelpilzgifte, Mykotoxine. Manche davon, wie etwa die Aflatoxine, werden gesundheitlich sogar als krebserregend eingestuft. /Bild: Fotolia
Pelzig: Interessante Fakten zu Schimmelpilzen

Einen kulinarisch sehr unappetitlichen, leicht pelzigen Fund im hintersten Winkel des Eisschranks hat wohl ein jeder schon gemacht. Wenn Lebensmittel verderben, kommt es häufig zur Bildung von Schimmel – ein markantes Zeichen für deren Ungenießbarkeit? Nicht immer, dennoch sollte Schimmel grundsätzlich nicht konsumiert werden. Wir haben spannende Fakten zum pelzigen Pilz für euch gesammelt.

Pharmazeutisch und lebensmitteltechnologisch genutzt

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Nicht alle Schimmelpilzarten sind Indizien für verdorbene Lebensmittel: Vor allem werden Schimmelpilze auch im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion, der Synthese von Antibiotika profitabel genutzt. In erster Linie werden einige Käsesorten mithilfe des Pilzes hergestellt, wobei vor allem die Stämme „Penicillium“, „Rhizomucor miehei“ und „Geotrichum candidum“ verwendet werden. Ebenso werden sie zur Herstellung Sojasauce im Rahmen eines fermentierten Prozesses genutzt.

Das Antibiotikum „Penicillin“, das von Alexander Fleming an sich aus Versehen entdeckt wurde, entstammt ursprünglich Schimmelpilzen. Ebenso nennenswert ist das Pilzprodukt und Immunsuppressivum „Cyclosporin“ welches im Rahmen einer Organtransplantation die natürliche Organabstoßung unterdrückt. Es entstammt einer Form namens Tolypocladium inflatum.

Ein Pilz mit vielseitigem Erscheinungsbild

Schimmel zählt aus biologischer Sicht zu den Pilzen. Schimmelpilze vermehren sich grundsätzlich über Sporen, etwa über Wasser, Wind oder auch das Anhaften an Gegenständen. Zumeist sind nur bereits größere Schimmelpilzkolonien mit freiem Auge zu erkennen, was sie besonders tückisch macht. Dabei ist es ein Mythos, allein über die Farbe des Schimmels auf dessen Genießbarkeit oder Ungenießbarkeit schließen zu können.

Schimmlige Lebensmittel sofort in den Müll?

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Da Schimmelpilze es vorzüglich feucht lieben, kann man mit einer trockenen Aufbewahrung von Lebensmitteln bereits wirksam vorbeugen. Besonders häufig betroffen sind in Plastik aufbewahrtes Brot sowie auch Nüsse und Trockenfrüchte, die meist im Ganzen von den schädlichen Giften durchzogen werden. Diese sollten bei Schimmelbildung auch sofort entsorgt werden. Lebensmittel mit einem geringen Wassergehalt wie etwa Hartkäse hingegen können grundsätzlich durch großzügige (!) Entfernung der schimmligen Stelle genossen werden. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sich die Sporen am Messer nicht auch auf andere Lebensmittel übertragen.

Gesundheitliche Gefährdung

Schimmelquellen im Haushalt können bei manchen Menschen zu ernsthaften, gesundheitlichen Problemen wie Asthma, Infektionen oder auch zu allergischen Reaktionen führen. Verantwortlich für die Schädlichkeit von Schimmel auf Lebensmitteln sind seine produzierte Mykotoxine, wobei vor allem die krebserregenden Aflatoxine, welche sich vorwiegend auf Mais und Erdnüssen ansiedeln und Ochratoxine zu nennen sind.