Gesundheit

Pferde: Therapeuten auf Hufen

Pferde sind wundervolle Wesen, die bei vielen psychischen und physischen Beschwerden helfen können. / Bild: Fotolia
Pferde: Therapeuten auf Hufen

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, schrieb bereits der Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt. Wahrlich können die schönen Tiere eine wertvolle Bereicherung unseres Lebens darstellen und uns sogar als Therapeuten auf Hufen bei psychischen Erkrankungen helfen. Die pferdegestützte Therapie wurde bereits bei Hippokrates, der allgemein als “Vater der modernen Medizin” bezeichnet wird, im alten Griechenland erwähnt. Später gewann die Pferdetherapie, fachsprachlich Equotherapie, in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung.

Wertvolle „Therapeuten auf Hufen“

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Der Nutzen und die Wirkungsweise der Pferdetherapie sind sehr vielfältig. Zum einen kann es für uns wertvoll sein, Muskeln und Wirbelsäule durch die körperliche Trittfrequenz des Pferdes beim Reiten zu stimulieren. Ebenso kann Reiten einen positiven Beitrag zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, der Balance, der Koordination der Bewegungsabläufe und der körperlichen Rehabilitation leisten. Pferdetherapie lässt sich in vielen Facetten erfahren: Für manche kann es bereits angenehm und bereichernd sein, eine Beziehung zum Pferd aufzubauen. Dies kann etwa durch seine Pflege, Streicheln oder auch durch Füttern des Pferdes erfahren werden. Doch auch und vor allem das Reiten an sich, das bei fortgeschrittenen Personen auch Springen oder Traben beinhalten kann, kann therapeutisch von hohem Wert sein. Hier sind es vor allem die Wärme des Pferdes und die Freude am Reiten, die an eine Therapie an sich gar nicht denken lassen.

Autisten profitieren von Pferde-Therapie

Die pferdegestützte Therapie eignet sich vor allem für Menschen, die in ihrem Leben Traumata erfahren mussten und etwa an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. So können zum Beispiel Menschen mit Erfahrungen von Missbrauch oder auch von schwerer Vernachlässigung von den Therapiepferden profitieren. Eine spezielle Zielgruppe für Pferdetherapie bildet auch jene der Autisten. Menschen, die an Autismus leiden, haben tendenziell mit einer sensorischen Überbelastung zu kämpfen. Das Reiten kann für sie eine wohltuende Fluchtmöglichkeit aus dem oftmals überwältigenden Alltag darstellen und zur Entspannung beitragen. Von der entspannenden und ausgleichenden Wirkungen können darüber hinaus auch Menschen mit psychischen Erkankungen wie Depressionen und Angsstörungen profitieren. Durch pferdegestützte Therapie lassen sich so auch negative Emotionen wie Trauer, Wut oder Angst leichter verarbeiten.

Warum Pferde besonders therapeutisch wirksam sind

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Natürlich können uns auch Hunde oder Katzen eine große Freude bereiten und unser Leben therapeutisch bereichern. Im Gegensatz zu ihnen können Pferde durch ihre besondere Sanftheit und Empathie jedoch eine besonders beruhigende Wirkung beim Menschen erzielen. Es wird in diesem Kontext vermutet, dass Pferde sich regelrecht auf menschliche Gefühlszustände einstellen und das Verhalten ihrer Umgebung spiegeln können.

Die Nähe zum Pferd kann uns also nicht nur dabei helfen, Vertrauen zu gewinnen und unser Selbstwertgefühl zu stärken, sondern auch Kontrolle und Verantwortung zu übernehmen sowie Ängste Schritt für Schritt abzubauen.