Gesundheit

Pheromone: Geheimnisvolle Duftstoffe

Pheromone finden sich beim Menschen vor allem in der Samenflüssigkeit, im Vaginalsekret sowie im Schweiß. /Bild: Fotolia
Pheromone: Geheimnisvolle Duftstoffe

Über Pheromone ranken sich viele Mythen – doch was lässt sich darunter eigentlich verstehen? Ein Pheromon ist aus chemischer Sicht ein hormonähnlicher Botenstoff, welcher von Tieren und Menschen produziert wird. Pheromone werden im Gegensatz zu Hormonen außerhalb unseres Körpers abgegeben und wirken äußerlich, indem sie das Verhalten anderer Menschen beeinflussen können. Tiere scheiden Pheromone nicht nur im Rahmen des Sexualverhaltens aus, sondern auch um etwa eine Nahrungsspur zu signalisieren, ein Territorium abzugrenzen, die Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs zu stärken oder auch als Warnung. Aus wissenschaftlicher Sicht geht man von der Annahme aus, dass Säugetiere Pheromone durch ein in der Nase sitzendes Organ, das Jacobson Organ, wahrnehmen. Beim Menschen hingegen lässt sich dieses nur beim Fötus vor der Geburt ausmachen. Man nimmt an, dass danach das normale Geruchssystem Pheromone erkennt. Eine besondere Bedeutung kommt den Pheromonen beim Menschen vor allem im Sexualverhalten zu.

Arten von Pheromonen

Es werden grundsätzlich vier Arten von Pheromonen unterschieden: Releaser-Pheromone bewirken eine unmittelbare schnelle und zuverlässige Reaktion, wobei diese vor allem im Rahmen sexueller Anbahnung verläuft. Primer-Pheromone wirken langsamer und können zum Beispiel Einfluss auf die Entwicklungs- oder Reproduktionsphysiologie nehmen. Signaler-Pheromone dienen der Information, sie helfen der Mutter zum Beispiel bei der Dufterkennung ihres Neugeborenen. Modulator-Pheromone besitzen die Fähigkeit, Körperfunktionen zu verändern oder diese zu synchronisieren – etwa können sie Einfluss auf den Menstruationszyklus nehmen.

Wirkung beim Menschen

titanic

Forscher der University of Chicago exponierten in einer durchgeführten Studie Frauen dem Schweißgeruch anderer Frauen und schlossen daraus, dass sie damit deren Menstruationszyklen entweder verlangsamen oder beschleunigen konnten – je nachdem, zu welchem Zeitpunkt der Schweiß gesammelt wurde. Die Wissenschaftler konnten genauer daraus schließen, dass die vor dem Eisprung gesammelten Pheromone den Eierstockzyklus verkürzen würden, während das während des Eisprungs gesammelte Pheromon diesen verlängerte. Später wurde diese Studie in ihrer Gültigkeit hinterfragt und die tatsächliche Wirkung nochmals in Frage gestellt. Erwiesen ist jedoch vor allem die Wirkung von Pheromonen im Rahmen der sexuellen Anziehung beim Menschen. Diese wird etwa durch die Pheromone in der Samenflüssigkeit oder des Schweißes von Männern sowie durch das Vaginalsekret oder des weiblichen Schweiß ausgelöst. Pheromone beeinflussen das Sexualverhalten damit nicht unwesentlich und dienen aus biologischer Sicht schlicht der Fortpflanzung.