Gesundheit

Prebiotika: Das neue Wundermittel gegen Stress ?

Probiotika sind vielen ein Begriff - doch was können eigentlich die Prebiotika ? /Bild: Fotolia
Prebiotika: Das neue Wundermittel gegen Stress ?
Catharina Kaiser

Probiotika kennen die meisten vermutlich mit dem Zusatz, gesund für den Darm zu sein. Doch die Vielzahl an Fähigkeiten von Prebiotika, die meist in faserhaltigen Lebensmitteln versteckt sind, wird häufig unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Art von nicht verdaulichen Fasern, die den Probiotika als Nährboden dienen. Gefunden werden sie meist in pflanzlichen Produkten wie Spargel, Haferflocken oder Hülsenfrüchten. Einer neuen Studie der University of Colorado zufolge können Prebiotika nämlich nicht nur die Verdauung, sondern gleich auch noch den Schlaf verbessern. Wenn Yoga und Co. im Kampf gegen den Stress bislang eher erfolglos waren, könnten Prebiotika der Schlüssel zum Erfolg sein:

Stress schlägt sich auf Magen & Schlaf

Steht man unter Stress, so kann sich das auf viele Arten bemerkbar machen. Sei es durch Konzentrationsstörungen, Schwindelanfälle, Schwitzen oder Hautunreinheiten. Bei den meisten schlägt sich der Stress aber vor allem auf den Magen – und den Schlaf. „Akuter Stress kann das Darmmikrobiom stören“, erklärt Co-Studienleiterin Dr. Agnieszka Mika. Im Rahmen des Experiments wollte das Forscherteam nun testen, ob das durch eine Prebiotika-Diät verhindert werden kann. In weiterer Folge wurden zusätzliche Auswirkungen auf das Schlafverhalten analysiert. Hierfür wurde eine Gruppe von Testmäusen über einige Wochen hinweg auf eine prebiotische Diät gesetzt und mit einer Kontrollgruppe verglichen.

Effekte der Prebiotika-Diät

Es stellte sich heraus, dass die Mäuse, die zuvor Prebiotika verabreicht bekamen, keine stressbedingte Störung in ihren Darmmikrobiota aufwiesen, und auch das Schlafverhalten schien sich schneller zu normalisieren. Nachdem es sich hierbei um Tierversuche handelt, stellt sich natürlich die Frage inwieweit das auch bei Menschen zutrifft. Doch der Stresspegel bei Mäusen ist durchaus mit dem bei Menschen vergleichbar. „Der Stresspegel glich in etwa dem Stress den ein Mensch bei einem Autounfall erleben würde“, so Studienleiter Dr. Robert S. Thompson. In folgenden Experimenten soll nun erforscht werden ob Prebiotika dem Menschen helfen können, die Mikroflora im Darm zu schützen, oder sie nach einem traumatischen Erlebnis wiederherzustellen.

Prebiotika als mögliches Wundermittel

In der Zwischenzeit steht daher noch nicht fest, ob die gutartigen Bakterien tatsächlich den Stresspegel senken und die Auswirkungen lindern können. Dennoch könnte die Kombination aus gesundem Darm und tiefem Schlaf genau das sein, was viele in stressigen Situationen brauchen. „Außerdem wurden bisher noch keine Nebenwirkungen festgestellt“,  so Dr. Mika. Zudem sind Prebiotika in zahlreichen Pflanzen enthalten und können sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden.