Psychologie: Erfolg durch richtige Erwartungshaltung!

Die Erwartungshaltung ist einer der stärksten psychologischen Tricks überhaupt ! /Bild: Fotolia
Psychologie: Erfolg durch richtige Erwartungshaltung!
Catharina Kaiser

Die Erwartungshaltung ist mitunter einer der stärksten psychologischen Tricks für so ziemlich jeder Situation im Leben. Sei es ein Konzert, ein Restaurant oder die Leistung beim Trainieren. Alles steht und fällt mit der Erwartung! Denn sie beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung, sondern ebenso das Resultat.

Positive vs. negative Erwartungshaltung

Eines sei vorab mal klar gestellt: Die Erwartungshaltung ist ein zweischneidiges Schwert. Denn auf der einen Seite kann negative Erwartung die Leistung verschlechtern, auf der anderen Seite kann sie das Resultat aber ebenso positiv beeinflussen. Sollte das gewünschte Ergebnis dann aber doch nicht eintreten, ist die Enttäuschung umso größer. Es ist also wichtig die Balance zu halten. Wer sich vorher einredet eine Sache sowieso nicht schaffen zu können, wird unter Garantie schlechter abschneiden, als jemand der mit einem guten Gefühl an eine Aufgabe herantritt. Das beste Beispiel ist wohl der sogenannte Roger Bannister Effekt. Er ist jener Läufer, der als erster Mensch eine ganze Meile in unter 4 Minuten schaffte. Bis zu diesem Zeitpunkt galt das als physisch unmöglich. Dennoch schien er mit seinem Erfolg etwas Faszinierendes ausgelöst zu haben. Denn nur 6 Wochen später brach ein weiterer Läufer den 4 Minuten Rekord und es folgten zahlreiche weitere. Schon im darauffolgenden Jahr schafften es ein Duzend Läufer. Warum? Eine Theorie besagt, dass sobald eine psychologische Barriere aufgehoben wird, auch andere Menschen glauben, dass eine Sache für sie machbar ist. Diese veränderte Erwartungshaltung reicht Experten zufolge bereits aus, um tatsächlich eine bessere Leistung abzurufen. Es ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung: Athleten die an ihren Erfolg glaubten, erreichten tatsächlich was sie sich vorgenommen hatten.

Die Macht der Erwartungshaltung nutzen

Auch in Hinblick auf den Trainings-Erfolg spielt die richtige Erwartungshaltung eine wichtige Rolle. Wer tolle Ergebnisse erwartet, wird viel mehr Zeit investieren und einen stärken Fokus auf das Workout legen. Zwei Faktoren die die Chancen, das gewünschte Ziel zu erreichen, schon wie von selbst erhöhen. So belegen neue Forschungen, dass der Effekt einer Übung zu einem großen Teil davon abhängt, was man davon erwartet. Wer sich auf das Laufband schwingt und sich erwartet viele Kalorien zu verbrennen, wird daher wirklich mehr erreichen als sonst. Selbiges gilt natürlich auch für das Krafttraining. Dahinter verbirgt sich allerdings ein psychologischer Trick. Ist die Erwartungshaltung positiv, so wirkt sich das auf das Wohlbefinden aus, wodurch man natürlich mehr schaffen kann, als wenn man sich unwohl fühlt. Im Rahmen einer Studie wurde dieses Zusammenspiel an Testpersonen untersucht. Es stellte sich heraus, dass jene Teilnehmer, die weit positiver an die Sache herantraten und glaubten die Übungen würden ihnen gut tun, bessere Ergebnisse erzielten als ihre Kollegen. Zudem zeigten die Messungen der Hirnaktivitäten, dass jene Teilnehmer mit den größeren Erwartungen von Beginn an entspannter waren. Auf Basis dieser Studienergebnisse stellen sich Forscher nun die Frage ob Menschen positiv oder negativ beeinflusst werden können, bevor sie ein Training oder eine Ernährungsumstellung beginnen. Und wie sich herausstellte ist es durchaus möglich!

Der “Mere Exposure”-Effekt

Dieser psychologische Effekt ist normalerweise in der Werbung bekannt. Denn je öfter ein Logo oder ein Unternehmen gesehen wird, desto positiver sind die Reaktionen. Doch der von dem Psychologen Rober Zajonc entdeckte Mere-Exposure-Effekt kann sich auf auf alltägliche Situationen beziehen. Im Grunde geht es nur darum eine Sache möglichst oft zu tun, um sich damit verbunden zu fühlen. Wer daher regelmäßig im Fitnessstudio erscheint, wird die neue Umgebung relativ schnell als familiär und vertraut wahrnehmen. Das wiederum bewirkt, dass man noch öfter ins Fitnessstudio geht und außerdem mehr Freude daran hat. Dieser Effekt bedeutet folglich das ultimative Aus für den bekannten inneren Schweinehund. Außerdem verspürt der Mensch eine Form von positiver Aufregung sobald er etwas tut, dass ihm garantiert helfen wird.

Erfolge messen

Sobald es möglich ist, eine Verbesserung in irgendeiner Form zu messen und damit bestätigen zu können, schießt die Motivation durch die Decke. Wird der Trainingserfolg beispielsweise auf der Waage sichtbar, so wird die nächste Trainingseinheit garantiert noch erfolgreicher. Wer seiner Motivation etwas auf die Sprünge helfen möchte, kann sich Experten zufolge ganz einfach selbst austricksen. Messen Sie zum Beispiel Ihren Muskelumfang vor und nach dem Training um den direkten Vergleich zu sehen. Oder füllen Sie einen kurzen Fragebogen aus, um zu sehen dass es Ihnen im Anschluss besser geht. Diese Tricks mögen zwar unfassbar banal klingen, helfen aber die Erwartungshaltung und somit den Erfolg zu verbessern!