Ernährung

Psychologie: So macht man stark zuckerhaltige „Soft-Drinks“ weniger attraktiv

Wie man Menschen davon abhalten kann, ungesunde "Soft-Drinks" zu konsumieren, wurde in einer Metastudie untersucht/ Bild: Fotolia
Psychologie: So macht man stark zuckerhaltige „Soft-Drinks“ weniger attraktiv
Paulin Klärner

Dass sogenannte „Soft-Drinks“ alles andere als „soft“ sind, haben bereits zahlreiche Untersuchungen gezeigt. In 100 Milliliter Cola finden sich demnach 10, 6 Gramm Zucker. 1 Liter Cola enthält also ca. 35 Stück Würfelzucker. Was diese Mengen mit unserem Körper anrichten, wenn wir regelmäßig zu Süßgetränken greifen, muss wohl nicht extra erwähnt werden – steht Industriezucker doch auf der Liste der gefährlichsten Risiko-Faktoren für zahlreiche Erkrankungen. Von Diabetes Typ 2 über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bishin zu Übergewicht und dessen Folgen – Zucker ist eine ernstzunehmende und viel zu oft unterschätzte Gefahr für unsere Gesundheit.

Was tun, damit man seltener zu Soft-Drinks greift?

coca cola

Laut einer US-Studie aus dem Jahre 2013, die im „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurde, komme es weltweit zu bis zu 180.000 Todesfällen durch übermäßigen Konsum von Soft-Drinks. Ernährungs-ExpertInnen zufolge seien jene Getränke auch mit Abstand die ungesündesten Bestandteile in den zahlreichen beliebten Menüs der bekannten Fast-Food-Ketten.

Wie man Menschen mit psychologischen Tricks davon abhalten kann, zu viele Süßgetränke zu konsumieren bzw. einzukaufen, hat ein deutsch-britisches Forscherteam des „Cochrane“-Netzwerks untersucht. Für ihre Metastudie „Environmental interventions to reduce the consumption of sugar‐sweetened beverages and their effects on health“ wurden Daten von rund 1,2 Millionen Menschen aus 58 verschiedenen Studien zum Thema Zucker-Konsum und Ernähung im Allgemeinen gesammelt und ausgewertet. Untersucht wurden hierbei unterschiedliche Maßnahmen, die die Probanden vom Zuckerkonsum abhalten sollten. Die Ergebnisse zeigen, dass „Kennzeichnung der Lebensmittel“ mit einem „Ampel-System“ (rot = besonders zuckerhaltig) und „Preiserhöhungen“ am erfolgreichsten waren, wenn es darum ging, stark zuckerhaltige Produkte unattraktiver zu machen. Außerdem sollten Junior-Menüs für die Kleinen laut ForscherInnen in Restaurants statt der immer-gleichen Soft-Drinks unbedingt gesündere Getränke enthalten. Für Kinder seien Cola, Fanta und Co nämlich besonders attraktiv – und gleichermaßen schädlich. Bei „Kinder-Menüs“ in der Gastronomie muss allgemein ein Umdenken stattfinden: Laut einer Untersuchung der Universität Heidelberg, für die 1877 Kindergerichte in 500 deutschen Restaurants unter die Lupe genommen wurden, sind 4 von 5  schlecht für den heranwachsenden Körper.