Ernährung

Deutsche Restaurants: „Kindergerichte“ fast immer ungesund

Pommes, Chicken Nuggets und Co: Deutschlands Restaurants überraschen Forscher mit fast durchwegs ungesunden "Kindergerichten"/ Bild: Fotolia
Deutsche Restaurants: „Kindergerichte“ fast immer ungesund
Paulin Klärner

Auf fast jeder Speisekarte findet man die Kategorie „Für die Kleinen“. Dass gerade hier darauf geachtet werden müsste, dass es zumindest eine kleine Auswahl an gesunden Gerichten gibt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Dies zeigt eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse zurzeit in den sozialen Medien für Aufregung sorgen.

Fett, kalorienhaltig und wenig Nährstoffe

burger

Ein Forscherteam der Universität Heidelberg hat 1877 Kindergerichte in 500 Restaurants in Deutschland unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erschreckend: 4 von 5 Kinderspeisen sind schlecht für den Körper, so Sven Schneider, der Studienleiter im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). Die Gerichte wurden nach dem Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Mittagessen in Kitas und Schulen bewertet. Die Veröffentlichung der Studie in einem Fachblatt folgt.

4 von 5 Kinderspeisen ungesund

chicken nuggets

54 Prozent der Kindergerichte haben als Beilage Pommes oder rotes Fleisch – also Schwein und Rind -, das als besonders ungesund gilt. Kurz: Zu viel Kalorien und zu wenig Nährstoffe, fasst Schneider im Interview mit der „FAS“ zusammen. Auch im internationalen Vergleich schneiden die deutschen Restaurants bei der „Kinderversorgung“ schlecht ab – sogar noch schlechter als in Fast-Food Ketten in Nordamerika. 70 Prozent aller Kindergerichte bestehen laut Studie aus Variationen der folgenden Gerichte: „Schnitzel mit Pommes“, „Würstchen mit Pommes“, „Chicken Nuggets“, „Burger“, „Pommes mit Ketchup oder Mayonnaise“ und „Nudeln mit Soße“. Im Vergleich: Vollkornprodukte seien kein einziges Mal auf den Kinder-Speisekarten vorgekommen. Die deutsche Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) twitterte bereits, dass die Studienergebnisse als Anstoß gesehen werden sollten, sich mit Vertretern von Restaurants und Gaststätten zusammenzusetzen und über die Angebote der Speisekarten für die Kleinen zu diskutieren.