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Risiko für Fehlgeburt erhöht sich in Rückenlage beim Schlaf

Es empfiehlt sich aus medizinischer Sicht, in der Schwangerschaft auf der linken Seite zu schlafen. / Bild : Fototlia
Risiko für Fehlgeburt erhöht sich in Rückenlage beim Schlaf

„Schlaf gut und möglichst viel, solange du es noch kannst“ ist ein Satz, den wohl viele werdende Mütter kennen. Dass dies leichter gesagt als getan ist, wissen wohl auch alle Schwangeren. Vor allem, wenn sie gerne auf dem Bauch oder auf dem Rücken schlafen, denn von diesen beiden Positionen wird von Ärzten häufig eher abgeraten. Warum das so ist und warum sich sogar eine besondere Schlafseite – nämlich die linke – empfiehlt, erfahrt ihr hier:

Puzzle-Spiel im Bauch

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Während der Fötus in der Schwangerschaft im Uterus tagtäglich wächst, übt er immer mehr Druck auf die inneren Organe sowie auch auf die Blutgefäße aus. Dies kann etwa spürbar sein, wenn der Fötus auf Darm oder Blase drückt und manchmal sogar Schmerzen bereiten. Doch dies ist noch nicht der Grund, warum die linke Schlafseite für Schwangere zu bevorzugen ist: Schuld ist der Druck der Gebärmutter auf die untere Hohlvene (Vena-cava), wenn am Rücken geschlafen wird. Diese große Vene verläuft entlang der rechten Wirbelsäule und ist für den Blutrückfluss von der unteren Körperhälfte zum Herzen hin verantwortlich.

Risiko für Fehlgeburten

vena cava

Liegt eine Schwangere am Rücken, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die untere Hohlvene komprimiert wird und sich die Menge des zum Herzen zurücklaufenden Blutes reduziert. Wird nun weniger Blut ins Herz gepumpt, wird folglich auch weniger aus dem Herzen gepumpt, was einen Blutdruckabfall sowie einen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut von Mutter und Baby bewirken kann.

US-Forschern nach sollten zwar die meisten gesunden Frauen und ihre Föten in der Lage sein, leichte Reduktionen des Herzzeitvolumens von selbst auszugleichen. Die Kompression bzw. der Druck auf die untere Hohlvene kann im schlimmsten Fall jedoch zu einem größeren Risiko für Schwangere werden, welche bereits bestehende Blutdruck- oder Atemwegsprobleme aufweisen. Dies betrifft zum Beispiel Schwangere mit Schlafapnoe oder auch Asthma-Erkrankungen, bei welchen die Frauen allgemein schon schwerer die optimale Menge an Sauerstoff an ihren Fötus spenden können. US-Forscher konnten postulieren, dass eine Reihe von Studien bereits aufzeigen konnten, dass Schlafen auf dem Rücken während der fortgeschrittenen Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für Fehlgeburten korrelieren würde.

Warum nicht auf der rechten Seite?

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Dass auf der rechten Seite zu schlafen gefährlich sein könnte, konnte nicht explizit bestätigt werden. Dennoch ergab eine Studie mit 155 Frauen, welche im Jahr 2011 in der Zeitschrift The BMJ publiziert wurde, ein leicht erhöhtes Risiko einer Totgeburt bei Frauen, welche in der Nacht vor der Fehlgeburt rechts schliefen, diese Ergebnisse wurden jedoch nicht wiederholt. Besser zu bevorzugen sei im Optimalfall trotzdem die linke Seite, da die untere Hohlvene rechts von der Wirbelsäule verlaufe. Dass sich wohl auch Schwangere mehrmals die Nacht im Schlaf drehen, wurde dabei nicht berücksichtigt – hier könnte eventuell ein Kissen dabei helfen, sich nicht oder nicht so häufig umzudrehen.