Frauenmedizin

Roboter-Spermien sollen Gebärmutterhalskrebs bekämpfen

Forscher wollen Spermien zum Transport für Krebsmedikamente nutzen ! /Bild: Fotolia
Roboter-Spermien sollen Gebärmutterhalskrebs bekämpfen
Trixi Kouba

In Österreich erkrankten 2015 laut Statistik Austria 395 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, dem Zervixkarzinom. 139 starben daran. Wissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz und des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung suchen eine neue Behandlungsform zur Krebsbekämpfung. Spermien könnten die Antwort sein. Um Gebärmutterhalskrebs effizienter zu bekämpfen, wollen Forscher Spermien zum Transport für Krebsmedikamente nutzen.

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Die deutschen Forscher entwickelten einen Mikroroboter namens „Tetrapod“, der aus Rinderspermien mit Eisenummantelung besteht.  Die Ummantelung erlaubt es den Wissenschaftlern den Hybrid-Körper mithilfe eines Magneten zum Zielobjekt, dem Tumor, zu steuern. Am Tumor angekommen, fährt der Biohybrid-Bot vier Arme aus, lässt die Spermienzelle frei und transportiert die Krebsmedikamente (Doxorubicin) direkt zu den Krebszellen. Die futuristisch anmutende Behandlung steckt noch in den Kinderschuhen. Sie wurde erst in einem Laborversuch in einer Petrischale getestet und muss noch weiter erforscht werden, bevor sie am Menschen getestet werden kann. Studienleiterin Medina-Sanchéz erklärte Live Science, dass ab einem gewissen Zeitpunkt von Rinderspermien zu menschlichen Spermien gewechselt werden müsste. Die Spermazellen würden bei der praktischen Anwendung in Zukunft mithilfe eines Katheters, ähnlich wie bei dem Vorgang einer künstlichen Befruchtung, in das weibliche Reproduktionssystem injiziert werden. Das Magnetfeld zur Steuerung der „Tetrapods“ wäre laut den Forschern sehr schwach und hätte keinen Einfluss auf den menschlichen Körper.

Die Vorteile der Spermien

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Doch die Idee bringt neue Hoffnung. Laut den Forschern sind Spermien exzellente Kandidaten und auf natürliche Weise dafür geschaffen, diese Aufgabe zu erledigen. Der Vorteil der „Roboter-Spermien“ zu herkömmlichen Behandlungsmethoden, wie etwa einer Chemotherapie, liegt darin, dass gesundes Gewebe nicht angegriffen wird, da die Krebsmedikation direkt in die Krebszellen transportiert wird. Auf dem Weg im weiblichen Unterleib schützen Spermien die Medikamente vor Körperflüssigkeiten, Immunreaktionen und Enzymen.

Entstehung von Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs und Krebsvorstufen betreffen meist Frauen zwischen dem 40 und 50 Jahren. Sie entstehen hauptsächlich durch eine Infektion mit Humane Papillomaviren (HPV), einer sexuell übertragbaren Erkrankung, die meist keine Symptome auslöst und spontan abheilen kann. Erst in einem sehr späten Stadium verursacht Gebärmutterhalskrebs Symptome. Die HP-Viren führen zu Zellveränderungen, die als Krebsvorstufen deklariert werden und können später zu Gebärmutterhalskrebs werden. Um sich vor einer HPV-Infektion zu schützen, wird eine Impfung von Kindern und Jugendlichen noch vor dem ersten sexuellen Kontakt empfohlen. Doch auch bei älteren Frauen zeigt eine Impfung starke Wirkung.

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