Ernährung

Superfood Kurkuma: Viel Hype um nichts? 

Kurkuma ist die perfekte Superfood-Masche! /Bild: Fotolia
Superfood Kurkuma: Viel Hype um nichts? 
Catharina Kaiser

Kurkuma ist der neue Star am Superfood Himmel – so viel ist klar. Egal ob Kaffees, Kuchen, Smoothies oder Snacks, Kurkuma wird zur Zeit einfach mal überall beigemischt oder darüber gestreut. Grund dafür ist nicht nur der Geschmack, der dem typischen Ingwer relativ nahe kommt, sondern in erster Linie der Hype um all die positiven und gesunden Effekte. So soll das orange Ingwergewächs beispielsweise das Gedächtnis verbessern, die Haut zum Strahlen bringen und zeitgleich noch die Stimmung anheben. Kein Wunder also, dass das Gewürz derart beliebt ist. Was viele jedoch nicht wissen, ist dass es sich bei den angeblichen gesundheitlichen Vorteile leider zumeist um völlige Übertreibungen handelt. Laut dem australischen Epidemiologen Gideon Meyerowitz-Katz ist Kurkuma praktisch die perfekte neue Superfood Masche.

Was macht Kurkuma so besonders?

Wie bei fast allen exotischen Superfoods ist auch dieses vor allem aufgrund seiner Herkunft so interessant. „Es ist ein bisschen traditionelle Medizin, ein bisschen mysteriös und stammt noch dazu aus dem exotischen Osten“, so Gideon Meyerowitz-Katz. Alles in allem ist dies die perfekte Kombination um einen neuen Trend zu kreieren. Hinzu kommt, dass die ersten Studien größtenteils positive Ergebnisse lieferten, was diesem Gewürz eine noch höhere Glaubwürdigkeit verliehen hat. Die Tatsache, dass seit rund einem Jahrzehnt jedoch kaum Vorteile entdeckt werden konnten, wird hierbei also einfach mal außen vor gelassen. Der Grund dafür ist jedoch relativ simple: Die durchgeführten Studien, welche positive Effekte belegten, untersuchten nämlich in erster Linie die in Kurkuma enthaltene Verbindung namens Curcumin. „Aufgrund der antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften ist diese Verbindung sehr wohl vorteilhaft“, erklärt Ernährungsspezialistin Nichola Ludlam-Raine. So konnte in Studien beispielsweise ein positiver Effekt von Curcumin auf das Gedächtnis von Alzheimer Patienten festgestellt werden. Allerdings enthält Kurkuma nur etwa 3% dieses nützlichen Stoffes, wodurch seine Wirkung eher gering ist – vor allem wenn es einfach nur über die Tasse Cappuccino gestreut wird. Mal abgesehen davon, dass Curcumin nur sehr schwer absorbiert werden kann. Nur 25% der konsumierten Menge an Curcumin werden demnach tatsächlich vom Körper aufgenommen. Um die gewünschten Effekte erzielen zu können, bräuchte es also ein paar tausend Curries.

Gewürze sind keine Medikamente

Kurkuma mag zwar eine nette Ergänzung der Ernährung sein, doch die angepriesenen Vorteile werden durch die reine Aufnahme dieses Gewürzes nicht erreicht. In diesem Sinne sind überteuerte Kaffees und ähnliche Lebensmitteltrends nichts weiter als ein Modehype. Zumindest sind sie bei weitem keine so gesunden Wundermittel, wie man gerne glauben möchte. Diese Produkte mit medizinischen Behandlungen gleichzusetzen, wie es in der vergangenen Zeit oftmals der Fall war, wäre somit ein großer Fehler. „Es ist durchaus problematisch, dass die vermeidlichen gesundheitlichen Nutzen so hoch angesetzt werden und Kurkuma sogar als Mittel zur Behandlung von Krebs gehypt wird“, erklärt Meyerowitz-Katz. Denn eine Behandlung von ernsthaften Erkrankungen ist durch Kurkuma noch lange nicht möglich und wird es in dieser Form vermutlich auch nie sein.