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Schlafprobleme: Melatonin und seine Nebenwirkungen

Problematisch: Viele verwenden Melatonin nicht korrekt. /Bild: Fotolia
Schlafprobleme: Melatonin und seine Nebenwirkungen
Melanie Payerl

Wer bereits mit Schlafproblemen zu kämpfen hatte, hat vermutlich schon davon gehört: Melatonin als natürliches Schlafmittel. Melatonin kann dabei helfen, die Schlaflosigkeit zu bekämpfen. Doch was ist Melatonin und wie funktioniert es?

Was ist Melatonin?

Melatonin ist in erster Linie kein Schlafinitiator sondern vielmehr ein Schlafregler und das ist ein großer Unterschied, so der klinische Psychologe und Schlafarzt Dr. Michael J. Breus. Melatonin sagt dem Körper: es ist Schlafenszeit. Bei Melatonin handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Hormon, das den Schlaf-Wach-Zyklus des Körpers reguliert. Es kann jedoch auch in Form von Tabletten oder Tropfen in der Apotheke gekauft werden, um bestimmte Schlafstörungen wie Insomnie, Jetlag oder dergleichen zu behandeln.

Gibt es Nebenwirkungen bei einer regelmäßigen Melatonineinnahme?

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Melatonin ist gegenüber anderen Schlafmedikamenten so gut wie frei von Nebenwirkungen, sofern die Dosierung und die Einnahme korrekt sind. Dr. Breus weist daraufhin, dass viele Menschen Melatonin falsch einnehmen und so die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen auf diese Weise erhöhen können. Von einer geeigneten Dosierung spricht man bei Melatonin zwischen 0,5 -1,5 Milligramm, in der Regel ist das in Drogerien und Apotheken erhältliche Melatonin jedoch oftmals überdosiert. Häufig enthalten Präparate bis zu zehn Milligramm Melatonin. Eine Überdosierung führt in der Regel zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Schläfrigkeit. Außerdem kann eine falsche Einnahmezeit den Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Gleichgewicht bringen. Bei der Einnahme von Melatonin ist es besonders wichtig, dies nicht erst bei Auftreten der Schlafstörung einzunehmen, sondern bereits zuvor. Denn bis der Wirkstoff seine ganze Wirkung entfalten kann, dauert es meist bis zu 90 Minuten. Melatonin um 2 Uhr in der Früh einzunehmen, ist also keine gute Idee.

Wie entsteht ein Melatoninmangel?

Es gibt viele Gründe für einen Melatoninmangel. Meist ist die Melatoninausschüttung nachts nicht hoch genug, wodurch eine Störung des Schlaf-Wachrhythmus sowie Schlafproblemen hervorgerufen werden können. Außerdem verringert der Körper die Melatoninproduktion mit zunehmendem Alter, verantwortlich dafür ist die Verkalkung der Zirbeldrüse. Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen sind mit zunehmendem Alter keine Seltenheit. Blaues Licht, welches vom Fernseher, Computer oder Smartphone abgegeben wird, kann ebenfalls die körpereigene Ausschüttung von Melatonin verringern. Häufig betroffen sind auch Schichtarbeiter, die nachts arbeiten müssen. Ein starker Konsum von Koffein sowie Nikotin und Stress können ebenfalls die Melatoninproduktion hemmen und einen Mangel begünstigen.