Gesundheit

Raucher-Stopp: Warum es wirklich so schwer ist 

Zigaretten helfen Menschen, sich in geselligen Runden wohler zu fühlen. /Bild: Fotolia
Raucher-Stopp: Warum es wirklich so schwer ist 
Catharina Kaiser

Auch wenn man weiß, welche fatalen Folgen das Rauchen mit sich bringt, ist das Aufhören manchmal extrem schwierig. Da zeigen auch die ekeligen Bilder und Sätze auf den Zigarettenpackungen einen Effekt. Trotz der bildlichen Warnungen auf den Packungen, Studien und Ratgebern, wird das Aufhören nicht leichter und dafür gibt es einen bislang übersehenen Grund. Nicht die Sucht ist Schuld daran, dass man es einfach nicht lassen kann, sich immer wieder aufs neue eine Zigarette anzuzünden. Einer neuen Studie zufolge verbirgt sich dahinter ein ganz anderes Problem:

Rauchen macht sozialer 

Sucht ist nur ein Teil, der beim Rauchen eine große Rolle spielt. Doch die physische Reaktion, die streng genommen meist psychischer Natur ist, ist nicht der wahre Grund, warum Raucher nur schwer aufhören können. In erster Linie ist es nämlich dem sozialen Effekt verschuldet. Eine Studie, welche in der Zeitschrift Experimental and Clinical Psychology veröffentlicht wurde, legt nahe, dass der soziale Aspekt sowohl bei starken Rauchern als auch bei Menschen, die nicht nikotinabhängig sind, zu greifen scheint. Dazu untersuchten die Forscher 13 Studien, welche sich mit dem Zusammenspiel aus Nikotin und sozialen Effekten beschäftigten. Davon stellten 12 Studien fest, dass Nikon mit einer Verbesserung der sozialen Funktion zusammenhängt. Rauchen macht also gesellig und hilft Rauchern dabei, sich in Gruppen wohler zu fühlen. Unter anderem ist dies auch ein Grund dafür, warum gerade Menschen unter 35 Jahren vorwiegend Gelegenheitsraucher sind. Und Gelegenheit bezieht sich vorwiegend auf Partys oder gesellige Runden. Zudem würden laut Dr. Vitelli Gelegenheitsraucher  wie auch chronische Raucherdazu neigen, in Stress- oder Angstsituationen mehr Zigaretten zu rauchen. Damit gibt es folglich also noch einen weiteren Grund, warum es so schwer ist mit dem Rauchen aufzuhören und unterstützt die Behauptung, dass viele Menschen Rauchen als einen Bewältigungsmechanismus nutzen. 

Zigaretten gegen Angst und Stress 

Doch was genau bedeuten diese Ergebnisse nun eigentlich? Sie legen nahe, dass Personen, die Probleme mit sozialen Interaktionen haben, eher dazu geneigt sind, zu rauchen und sich danach umso schwerer tun damit aufzuhören. „Für viele Menschen ist Rauchen also eine Methode, um soziale Ängstlichkeit zu überwinden“, erklärt Dr. Romeo Vitelli. Um erfolgreich aufzuhören zu können, braucht es laut dem U.S. News & World Report also unterstützende Maßnahmen. In diesem Falle würden 40% der Raucher zumindest für ein Jahr rauchfrei bleiben, verglichen zu einer 95-prozentigen Rückfallquote ohne Unterstützung.

Tricks, um rauchfrei zu bleiben 

Aufzuhören ist und bleibt keine einfache Sache, da sollte man sich nichts vormachen. Doch wie Forschungen zeigen, gibt es einige Faktoren, die den ganzen Prozess erleichtern können. Dazu zählt sich eine ausreichende mentale Vorbereitungszeit einzuräumen und Unterstützungen von Fachleuten sowie aus dem Umfeld zu holen. Natürlich müssen auch neue Verhaltensmuster und Gewohnheiten geschaffen werden, um in allen Situationen ohne Zigarette auszukommen. Man denke an die Zigarette am Weg zur Arbeit oder bei einem Kaffee. Darüber hinaus sollte man sich mit einem Arzt über mögliche Medikamente unterhalten, die gegebenenfalls in problematischen Situationen eingenommen werden können. Alles in allem ist die Erforschung sozialer Ursachen jedoch enorm wichtig, um verstehen zu können, warum Menschen bestimmte Dinge tun, obwohl diese offensichtlich schädlich sind. Nur so können Wege und Methoden gefunden werden, um die ganze Sache zu erleichtern.