Beauty

Schmetterlingskind erhält 80 % neue Haut

Eine Spezialklinik in Salzburg konnte den jungen Patienten fast vollständig heilen !
Schmetterlingskind erhält 80 % neue Haut
Trixi Kouba

Ein „Schmetterlingskind“ wurde in Deutschland erstmals fast gänzlich geheilt. 80 Prozent seiner Haut wurde mit im Labor gezüchteter Haut aus seinen eigenen Stammzellen ersetzt. Der deutsche Junge befand sich in zuvor in einem lebensbedrohlichen Zustand. Er hat sich mittlerweile wieder erholt.

„Schmetterlingskinder“ weisen eine äußerst dünne und leicht verletzbare Haut auf, die so sensibel ist wie der Flügel eines Schmetterlings. Schon leichte Berührungen können starke Verletzungen auslösen. Grund dafür ist ein Gendefekt. Betroffene der bislang noch unheilbaren Hautkrankheit „Epdermolysis bullosa“ fehlt ein bestimmtes Protein, das die Ober- und Unterhaut zusammenhält. Die folgenschwere Krankheit führt zu einer Blasenbildung an der Haut und den Schleimhauten. Betroffene leiden täglich unter offenen Wunden, Narbenbildung, Schmerzen, Juckreiz, häufigem Zahnverlust, Verdauungsproblemen und Hautkrebs. Die Erkrankung tritt äußerst selten auf. In Österreich sind rund 500 Menschen davon betroffen.

Vor zwei Jahren gelang Forschern erstmals eine Gentherapie an einem „Schmetterlingskind“. Ein Junge in Deutschland erhielt mithilfe einer neuen Behandlung genkorrigierte Haut. 60 Prozent der Haut des siebenjährigen Jungens waren zu dem Zeitpunkt entzündet oder verletzt. Zusätzlich litt er unter einer bakteriellen Entzündung, wodurch er sehr viel Haut verlor. Der Patient befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Fast vollständige Heilung

butterfly
Die Familie wandte sich an eine Spezialklinik in Salzburg. Die Ärzte entnahmen dem Jungen ein kleines Stück gesunde Haut. Spezialisten in Italien isolierten daraus Stammzellen und ersetzten das schadhafte Gen. Insgesamt züchteten die Forscher einen Quadratmeter gesunde Haut. Das Eigengewebe wurde dem Jungen anschließend schrittweise transplantiert. Die transplantierten Zellen entwickeln sich zu normalen Hautzellen und stellen das bis bislang noch fehlende Protein wieder her. Dadurch werden Wunden geschlossen und die „neue“ Haut weist eine natürliche Festigkeit auf. Der Junge trägt die genetische Krankheit zwar immer noch in sich, doch 80 Prozent seiner Haut ist nun genetisch korrigiert. Für Wissenschaftler stellt die Therapie einen bahnbrechenden Fortschritt dar. Das Forscherteam publizierte die detaillierten Ergebnisse im Fachjournal „Nature“.

Der Bub hat sich nach der Operation gut erholt. Seine Haut ist verheilt und wächst laut einem Salzburger Experten gesund mit ihm mit. Auf Wunsch der Familie bleibt der junge Patient anonym. Laut seines Vaters fühlt sich sein Sohn nun wie ein normaler Junge, spielt, ist aktiv und genießt das Leben, auf eine Art und Weise wie er es zuvor nie tun konnte.