Bewegung

Schnelltempo-Musik kann hartes Training mental erleichtern und die Herzfrequenz erhöhen

Training sollte immer Spaß machen und guttun. Mit der richtig ausgewählten Musik lassen sich sowohl Motivation, als auch Leistung effektiv fördern – auch bei weniger aktiven Menschen. /Bild: Fotolia
Schnelltempo-Musik kann hartes Training mental erleichtern und die Herzfrequenz erhöhen

Gerade bei den sommerlichen Temperaturen kann es schwerfallen, sich zum Training zu motivieren. Mit dem richtigen Beat, so zeigt eine neue Studie der Universität British Columbia Okanagan, fällt dies jedoch um einiges leichter: Positive Musik könnte harte Trainingsübungen weniger schwierig erscheinen lassen.

Hochintensives Intervalltraining im Studienfokus

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Die Studie, veröffentlicht von Matthew Stork, Postdoc an der School of Health and Exercise Sciences, untersuchte in erster Linie den Nutzen von richtiger Trainingsmusik für weniger aktive Menschen. Diese solle ihnen dabei helfen, das Training mehr genießen zu können. Im Fokus stand dabei das Trainingsprogramm „Hochintensives Intervalltraining“ (HIIT), das sich durch kurze, wiederholte Starts intensiver Bewegung, getrennt durch Ruhephasen auszeichnet. Es solle zwar, über Wochen angewandt, nachweislich die körperliche Gesundheit verbessern, sei jedoch sehr anstrengend und besonders fordernd für weniger aktive und fitte Menschen. Dies kann bei diesen durch das Negativerleben zu einer Motivationsschwäche, das Training überhaupt aufzunehmen, führen.

Gezielt ausgewählte Musik kurbelt Herzfrequenz und Leistung an

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Im Rahmen der Studie wurden zuerst bei einer Gruppe von Erwachsenen die Motivations-Qualitäten von 16 Schnelltempo-Songs untersucht – für die Studie wurden schließlich die Top-3 Songs davon aufgenommen. Eine separate, 24 köpfige Teilnehmergruppe absolvierte zunächst ein „einminütige Training“: drei sehr anstrengende 20-Sekunden-Sprints mit einer kurzen Pause für eine gesamte Trainingszeit von 10 Minuten, die auch Aufwärmen und Abkühlen inkludierte. Die Teilnehmer führten diese Einheiten unter drei verschiedenen Bedingungen durch: Zum einen mit motivierender Musik, ohne Audio oder einem Podcast ohne Musik. Resultierend ließen sich unter den Teilnehmern mit Musik erhöhte Herzfrequenzen und Spitzenleistungen im Vergleich zu den anderen beiden Sessions feststellen – ein sehr positives Ergebnis.

Biologische Hintergründe als Erklärung

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Nach Stork ließen sich die erhöhten Herzfrequenzen durch ein Phänomen namens „Entrainment“ erklären: „Die Menschen haben eine angeborene Tendenz, die Frequenz ihrer biologischen Rhythmen in Richtung derjenigen der musikalischen Rhythmen zu verändern. In diesem Fall kann die schnelle Musik die Herzfrequenz der Menschen während der Übung erhöht haben. Es ist unglaublich, wie kraftvoll Musik sein kann„, äußert sich Stork dazu. Insgesamt zeigte die Studie große Erfolge, ein anstrengendes Training durch passende Musik nicht nur erträglicher, sondern vor allem genussvoller und effektiver zu machen. Die Studie wurde vor kurzem auch in der Zeitschrift Psychology of Sports and Exercise veröffentlicht.