Gesundheit

Schon jeder zweite 6-Jährige leidet unter Karies

Vor allem in Wien, aber auch in Kärnten und im Burgenland ist nicht einmal die Hälfte aller Sechsjährigen kariesfrei. /Bild: Fotolia
Schon jeder zweite 6-Jährige leidet unter Karies
Trixi Kouba

Nach der Studie „Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme“ ist der Zustand der Zähne bei Kindern in Österreich besonders alarmierend. Vor allem in Wien, aber auch in Kärnten und im Burgenland ist nicht einmal die Hälfte aller Sechsjährigen kariesfrei.

Laut der Erhebung des Zahnstatus haben 55% der österreichischen sechsjährigen Kinder ein kariesfreies Gebiss. Die Tiroler weisen dabei die gesündesten Zähne auf. Hier haben über 70% nicht mit Karies zu kämpfen. Am schlimmsten ist der Zustand in Wien. Mehr als die Hälfte der Wiener Kinder haben bei Schuleintritt mit Karies  zu kämpfen. Gerade bei der Zahngesundheit spielt der sozioökonomische Faktor offenbar eine große Rolle. Kinder von Eltern mit Matura haben eine rund 50% höhere Chance auf ein kariesfreies Gebiss als Kinder von Eltern ohne Matura. Auch die Gene können eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Karies spielen. So zeigte eine Schweizer Studie, dass bestimmte Genkomplexe kariesbegünstigende Mutationen aufweisen.

Karies als häufigste Infektionskrankheit bei Kindern

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Karies ist ein weitverbreitetes Problem, mit dem so gut wie jeder Mensch zu kämpfen hat: Laut WHO weisen fast 100 Prozent aller Erwachsenen und 60 bis 90 Prozent aller Schulkinder Karies auf. Karies ist somit eine der verbreitetsten Infektionskrankheiten in Industriestaaten. Die Kariesbakterien werden meist schon im Kleinkindalter von Eltern auf ihre Kinder übertragen. Durch das Verwenden von gemeinsamen Essbesteck bei Eltern und Kindern oder Küsschen können die Bakterien von Mund zu Mund wandern und die Zähne schädigen. Zu den Risikofaktoren für orale Krankheiten zählen auch Rauchen, schädlicher Alkoholkonsum, eine ungesunde Ernährung, schlechte Zahnhygiene und soziale Bedingungen. Der steigende Konsum von Zucker und kurzkettigen Kohlenhydraten wie weißer Reis, Weißbrot, Nudeln und Chips in Industriestaaten trägt seinen Beitrag an der Entstehung von Karies, da Bakterien aus ihnen Säure bilden können.

Die Zahnbürste ist nicht alles

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Obwohl regelmäßiges und sorgfältiges Zähneputzen natürlich die beste Vorbeugung gegen Karies und Zahnfleischentzündungen ist, besteht die richtige Mundhygiene aus mehr Komponenten als nur dem Putzen. Die Zahnbürste kann nur rund 70 Prozent der Zahnoberfläche von Belägen reinigen. Doch gerade in den Zahnzwischenräumen ist die Reinigung für die Vorbeugung von Karies sehr wichtig. Hier sammeln sich Bakterien besonders gerne an. Dafür können Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten verwendet werden. Auch Mundspülungen mit Fluorid versprechen gute Ergebnisse.

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