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Schwanger trotz PCO-Syndrom: Biosensor macht Eisprung sichtbar

Beim PCO-Syndrom weicht der Zyklus einer Frau von der Norm ab - das erschwert den Kinderwunsch. /Bild: Team Code Zero
Schwanger trotz PCO-Syndrom: Biosensor macht Eisprung sichtbar
Tanja Judmann

Das Polyzistische Ovar-Syndrom – kurz PCO-Syndrom – ist eine hormonelle Störung die bewirkt, dass die Zykluslänge einer Frau stark vom Standard von 28 Tagen abweicht. Wurde eine Frau in der Vergangenheit mit dem PCO-Syndrom diagnostiziert, wurde sie oft mit dem Satz „Sie werden vermutlich nie auf natürlichem Weg Kinder bekommen können“ konfrontiert. Dank des medizinischen Fortschritts im Hinblick auf Diagnosemittel und Zyklustracking gibt es heute auch für PCO-Patientinnen Hoffnung, dass der Kinderwunsch doch in Erfüllung geht. Apps und Wearables die exaktes Zyklustracking versprechen gibt es zuhauf – frei nach dem Motto „Verhütung und Familienplanung per Handy“. In der Realität sind diese Tracking-Apps aber nur für Frauen mit dem sogenannten Standard-Zyklus mit einer Länge zwischen 24 und 35 Tagen geeignet. Ist das nicht der Fall, verläuft die Messung ungenau und hilft bei der Familienplanung eher wenig weiter.

Nicole Schreiter – erfüllter Kinderwunsch trotz PCO-Syndrom

Zyklustracking mit dem OvulaRing

Die Messung der Basaltemperatur ist die Standard-Methode, um die fruchtbaren Tage einer Frau zu errechnen. Das Problem: Bisher war diese Methode mühsam umzusetzen und die Fehlerquote hoch. Prof. Henry Alexander, der emeritierte Leiter der Abteilung für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie an der Universitätsfrauenklinik Leipzig, hat aus diesem Grund den OvulaRing entwickelt. Das ist ein Kunststoffring mit integriertem Biosensor, der vaginal eingeführt und getragen wird und die Veränderung der Körpertemperatur während der fruchtbaren und unfruchtbaren Phase im Zyklus misst. Die gemessenen Daten werden mit einem speziellen Lesegerät mittels USB-Schnittstelle ausgelesen. Eine webbasierte Software analysiert die Temperaturdaten und stellt Prognosen für künftige Zyklen. Das unterstützt auch den Frauenarzt dabei, die Zyklusgesundheit einer Patientin zu beurteilen.
Der große Vorteil des OvulaRings ist die kontinuierliche Messung der Körperkerntemperatur sowie eine einfache und selbstständige Handhabung für die Patientin. Der Ring wird einen ganzen Zyklus lang im Körper getragen und kann im Grunde „vergessen“ werden – Messfehler sind so gut wie ausgeschlossen.

Der OvulaRing

Interview mit einer PCO-Patientin

Nicole Schreiter wurde 2011 mit dem PCO-Syndrom diagnostiziert. Damit ist sie nicht alleine, denn ungefähr 10 Prozent aller Frauen in Europa teilen dieses Schicksal mit ihr. Seit 2008 hat sie versucht, schwanger zu werden – acht Jahre lang erfolglos. Apps und Wearables zum Thema Zyklustracking steht sie kritisch gegenüber.

„Alle Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus haben oder einen, der länger als 35 Tage dauert, sind einfach gelackmeiert, für die ist das nichts. Das sind aber genau die Frauen, die Probleme haben, ihren Eisprung festzustellen und schließlich schwanger zu werden.“, beschreibt Frau Schreiter.

Durch die Diagnose PCO-Syndrom weiß Nicole Schreiter, dass ihr Zyklus keinesfalls dem Standard entspricht. Digitale Apps und Tracker waren für sie immer zu ungenau, „weil die jeweiligen Systeme den Eisprung einfach nicht sicher vorhersagen können. Sie messen andere Körperfunktionen oder werden nur in der Nacht getragen, das ist nicht aussagekräftig.“

Bevor sie den OvulaRing entdeckt hat, hat sie mittels Hormonbehandlungen versucht, schwanger zu werden. Sie hat zwei Behandlungszyklen durchgemacht – samt Hitzewallungen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen. „Für einen dritten Durchgang hätte ich all den Stress noch einmal über mich ergehen lassen müssen, aber dafür reichte meine Kraft einfach nicht. Wir haben es noch mit normalen Hormontherapien versucht, ohne künstliche Befruchtung, allerdings mit ähnlichen Nebenwirkungen.“, so Frau Schreiter.

Obwohl ihr zuvor gesagt wurde, dass sie wahrscheinlich gar keinen Eisprung hätte, hat das Cyclofertilogramm aufgezeichnet durch den OvulaRing ergeben, dass das ein Irrtum ist. „Das hat mir ein gewisses Vertrauen in meinen Körper wiedergegeben, ich konnte etwas Abstand gewinnen und das Ganze ruhiger angehen, was ja sehr wichtig ist. Nichts ist schlimmer als Stress, wenn man schwanger werden will, und gleichzeitig setzt man sich gerade bei der künstlichen Befruchtung dem heftigsten Stress aus.“

Fruchtbarkeits-Prognose mittels Sensor Daten des OvulaRings

2016 wurde Nicole Schreiter dann dank des OvulaRings auf natürlichem Wege schwanger. Ihr abschließendes Fazit: „Mit OvulaRing konnte ich inzwischen sehr gut feststellen, wann ich einen Eisprung habe. Sehr wichtig war aber auch, dass ich alles sehr viel entspannter angegangen bin, dass ich meinem Körper die Ruhe gelassen habe. Ich muss ehrlich sagen, ich weiß nicht, was wir als nächstes versucht hätten, wenn es mit OvulaRing nicht geklappt hätte. Zyklus-Apps jedenfalls kann ich nicht empfehlen. Jedenfalls nicht für Frauen wie mich, wo es eben nicht sofort klappt mit dem Schwangerwerden.“

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