Familie

Schwangerschaft: Ondansetron gegen Übelkeit im ersten Trimester

Nicht selten wird die Vorfreude auf das Baby durch quälende Übelkeit im ersten Drittel der Schwangerschaft getrübt. / Bild: Fotolia
Schwangerschaft: Ondansetron gegen Übelkeit im ersten Trimester

Da sind sie also – zwei schöne, deutliche Striche am Schwangerschafts-Teststreifen, die alles verändern können und meist pures Glück und Freude auslösen. Nicht selten wird die anfängliche Euphorie über die freudige Erwartung jedoch durch die meist im ersten Trimester auftretende Schwangerschaftsübelkeit getrübt. Eine neue Studie des Brigham and Women’s Hospital konnte jetzt nachweisen, dass der hochwirksame übelkeitslindernde Wirkstoff Ondansetron in der Schwangerschaft nur geringe Risiken mit sich bringen kann. Eine Hoffnung für viele betroffene Frauen, vor allem solche, die von einer besonders starken Übelkeit, der „Hyperemesis gravidarum“ geplagt werden.

Belastende Übelkeit

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Die Schwangerschaftsübelkeit ist an sich normal und betrifft etwa über 50% aller Schwangeren. Warum sie auftritt, konnte noch nicht gänzlich belegt werden, jedoch werden etwa ein Anstieg des Prostaglandin oder auch hCG-Spiegels vermutet. Auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen oder die Neigung zu Reflux während der Schwangerschaft könnten in Bezug auf die Übelkeit eine Rolle spielen.

Während viele Frauen gute Erfolge mit Hausmittelchen, kleineren Mahlzeiten und meist rezeptfreien Medikamenten gegen Übelkeit (Antiemetika) haben, sind manche Frauen auf wirksamere Mittel angewiesen. Häufig wird diesen der Wirkstoff Ondansetron verschrieben, obwohl die Daten über die Sicherheit desselben sowie die Auswirkungen auf den Fötus bisher begrenzt waren. Im kleinen Rahmen angelegte Studien führten teilweise auch zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Studie gibt neue Hoffnung

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Eine neue Studie analysierte nun die Daten von mehr als 88.000 Schwangerschaften, in welchen schwangere Frauen im ersten Trimester Ondansetron einnahmen. Untersucht wurde hierbei vor allem das durch Ondansetron ausgelöste Risiko von Herzfehlbildungen oder Mundspalten. Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass kein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen und nur ein sehr geringen erhöhtes Risiko für Mundspalten vorliege. Es konnte postuliert werden, dass angeborene Fehlbildungen durch die Einnahme von Ondansetron in der Schwangerschaft nicht wesentlich erhöht werden würden, das Risiko für Mundspalten könne jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die neuen Ergebnisse sollen nun schwangeren Frauen, die von heftiger Übelkeit geplagt werden und dabei einen Kompromiss zwischen Nutzen und Risiko der Behandlung eingehen müssen, mehr Sicherheit schenken.