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Schwangerschaft: Wie viel Sport ist noch gesund ?

Seit einigen Jahren ist Sport in der Schwangerschaft ein beliebtes Diskussionsthema unter werdenden Müttern, Bloggern und Co. ! /Bild: Fotolia
Schwangerschaft: Wie viel Sport ist noch gesund ?
Catharina Kaiser

Von Koffein über Meeresfrüchte bis hin zu langem Sonnenbaden – während der Schwangerschaft muss man sich von einigen Dingen verabschieden, um dem Kind die bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen. Bei vielen Bereichen scheiden sich allerdings die Geister, weshalb es vielen Frauen nicht klar ist was nun während der Schwangerschaft erlaubt ist und worauf wirklich verzichtet werden sollte. Seit einigen Jahren steht vor allem das Thema Sport an oberster Stelle der Diskussionsthemen. Während ausreichend Bewegung natürlich sowohl für die Mutter als auch das ungeborene Baby positiv ist, kann zu viel Sport auch einen gegenteiligen Effekt haben.

Schwangerschaft in sozialen Medien

Wer die Social Media Profile von Models und Bloggerinnen ansieht, wird merken dass sich Schwangerschaft und intensives Training keinesfalls gegenseitig ausschließen. Auch mit super rundem Babybauch wird noch fleißig geschwitzt, gelaufen und sich ausgepowert. Den meisten dieser Damen geht es allerdings weniger um den gesundheitlichen Aspekt als viel mehr darum, so früh wie möglich wieder das Wunschgewicht zu erreichen. Eine Sache die nach einer Schwangerschaft nicht unbedingt von alleine klappt. Doch wie gesund bzw. schädlich kann intensives Training während der Schwangerschaft sein? Neue Studien bringen endlich etwas Licht ins Dunkel:

Training während der Schwangerschaft

Neuen Ergebnissen zufolge ist Sport während der Schwangerschaft nicht nur sicher, sondern hat auch viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. Laut einer veröffentlichte Meta-Analyse mit über 2.000 Teilnehmerinnen gilt die Schwangerschaft sogar als jene Lebensphase in der Frauen verstärkt dazu neigen positive Verhaltensänderungen durchzuziehen. Es kann also die beste Zeit sein um mit einer Fitnessroutine zu beginnen. Und in der Regel sind Frauen in dieser Zeit besonders offen gegenüber gesundheitsfördernder Aktivitäten. „Die Schwangerschaft ist jene Zeit im Leben, in der Frauen so ziemlich alles tun um sicherzustellen ein gesundes Baby zu bekommen. Sogar starke Raucherinnen legen das alte Laster ab, um dem Fötus dadurch nicht zu schaden“, erklärt Dr. Alejandro Lucia, Studienleiter und Professor für Physiologie an der European University of Madrid.

Geeignete Sportarten

In Sachen Sportarten steht schwangeren Frauen weiterhin eine Vielzahl an Alternativen zur Verfügung. Aktivitäten wie Schwimmen, Wandern sowie moderates Krafttraining eigenen sich in dieser Zeit besonders gut um die gesundheitlichen Vorteile zu bekommen. Dennoch sollten Sportarten die Körperkontakt oder das Heben schwerer Gewichte inkludieren vermieden werden. Nicht unbedingt weil diese Sportarten ungesund für das Baby sind, sondern eher weil das Risiko einer Verletzung ansteigt. Allerdings wird Sport während der Schwangerschaft nur dann empfohlen, wenn Schwangerschaftskomplikationen oder zusätzliche Risikofaktoren ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grund rät das American College of Obstetrics and Gynecology (ACOG) Frauen dazu, vorab einen Arzt aufzusuchen um mit ihm einen individuellen Trainingsplan zu erstellen.

Moderates Training ist gesund

Das wichtigste bei sportlichen Aktivitäten in dieser Zeit ist allerdings dass die Intensität angepasst wird. Sich völlig auszupowern bzw. das Training komplett zu übertreiben kann nämlich fatale Auswirkungen haben. Die einfachste Methode um sicherzustellen, dass das Training nicht zu anstrengend ist, ist der so genannte Talk Test. So lange Sie in der Lage sind, während der Übung ein Gespräch zu führen, sollte die Intensität passen. Wer ab der 12. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt auf sportliche Aktivität achtet, kann einige Vorteile daraus ziehen. Ein wesentlicher Vorteil ist natürlich dass so verhindert werden kann, dass in der Schwangerschaft zu viel Gewicht zugelegt wird. Denn übermäßige Gewichtszunahme kann zu einem erhöhten Geburtsgewicht führen und sich negativ auf das Risiko für Fettleibigkeit beim Kind auswirken. Zudem sinkt durch Sport das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes bei übergewichtigen Patienten, sowie für Präeklampsie und die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts. Als netter Nebeneffekt wird natürlich auch die Stimmung verbessert, was vor allem die Mitmenschen freuen wird und Schlafprobleme beseitigt.

Risiken bei Workout-Videos

Dank YouTube und Co. kommen die Personal Trainer ja mittlerweile direkt ins eigene Wohnzimmer und geben in ihren Videos die „besten“ Übungen zum Besten. Das mag zwar eine durchaus nützliche Sache sein, doch vor allem für schwangere Frauen ist hier Vorsicht geboten. Denn die Ratschläge der selbsternannten Elite-Athleten sollten nicht so ohne weiters befolgt werden. „Viele dieser Sportlerinnen machen wirklich intensive Übungen und nehmen somit trotz Schwangerschaft kaum an Gewicht zu. Das kann ebenfalls zu einem Problem werden“, erklärt Dr. Alejandro Lucia. Zwar ist es keinesfalls gesund zu viel Gewicht zuzulegen, doch extra auf jedes Kilo zu achten ist ebenso der falsche Weg. „Im Gegenteil, eine Frau muss zunehmen um ein gesundes Kind gebären zu können“, so Dr. Lucia. Je nach BMI sollten schwangere Frauen laut ACOG zwischen 5 und 18 Kilogramm zunehmen.

Alles in allem ist Sport während der Schwangerschaft eine durchaus positive Sache, die viele nützliche Vorteile für Mutter und Kind mit sich bringt. Dennoch sollte es keinesfalls übertrieben werden und erst recht nicht rein der Figur zuliebe getan werden. Immerhin hat die Gesundheit des Babys und die der Mutter oberste Priorität!