Familie

Sensation: Forscherteam entdeckt dritte Art von Zwillingen

Weder eineiig noch zweieiig – eine Zwischenform von Zwillingen wurde entdeckt/ Bild: Fotolia
Sensation: Forscherteam entdeckt dritte Art von Zwillingen
Paulin Klärner

Ein Forscherteam der Queensland University of Technology hat zum ersten Mal in der Geschichte eine dritte Art von Zwillingen entdeckt. Wie im New England Journal of Medicine berichtet wird, handelt es sich dabei um eine Zwischenform zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillings-Geschwistern.

Weder eineiig noch zweieiig

twins

Die Mutter der beiden Wunder-Babys trug ihren Nachwuchs in einer gemeinsamen Plazenta, was normalerweise nur bei eineiigen Zwillingen funktioniert – diese beiden haben allerdings unterschiedliche Geschlechter.

„Halb-identisch“: Drei Erbanlagen

Im Normalfall teilt sich der Embryo Erbgut von Mama und Papa in einem 50/50 Verhältnis, bei eineiigen Zwillingen teilt sich der Embryo in zwei idente Teile auf, bei zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen von verschiedenen Samenzellen befruchtet. Die Forscher fanden heraus, dass die Babys aus einer von zwei Spermien befruchteten Eizelle entstanden, woraufhin sich die drei Chromosomensätze ungleichmäßig auf die beiden Zwillinge aufteilten. „Drei Sätze von Chromosomen sind in der Regel nicht mit dem Leben kompatibel und Embryonen überleben normalerweise nicht“, erklärt Dr. Michael Gabbett in einer Aussendung zur Studie.

So haben die Geschwister 100 Prozent des Erbguts der Mutter, allerdings nur 78 Prozent des väterlichen Erbguts. Hierbei teilte sich die Eizelle nämlich in eine mit den Chromosomen der Mutter und einigen der beiden Samenzellen, wieder eine mit den mütterlichen Chromosomen und einigen väterlichen Chromosomen und eine mit den restlichen Chromosomen der Spermien. Letztere wurde schließlich abgestoßen. Teilt sich der Embryo nach diesem Stadium nicht, entsteht aus den drei Zelllinien ein einzelnes Baby (was allerdings unbemerkt bleibt), teilt er sich aber – wie in diesem seltenen Fall – entstehen daraus die sogenannten „sesquizygoten Zwillinge“.