Gesundheit

Silvesterkracher: 5 Fakten zum Knalltrauma

Zu Silvester knallen neben Sektkorken auch Böller ! /Bild: Fotolia
Silvesterkracher: 5 Fakten zum Knalltrauma
Trixi Kouba

Zu Neujahr knallen neben Sektkorken auch Böller. Während ersteres höchstens als Wurfgeschosse für Augen gefährlich werden, können Böller im schlimmsten Fall zu dauerhaften Schäden am Gehör führen. Betroffene kämpfen mit Hörminderungen, Tinnitus, Druckgefühlen oder sogar Ertauben.

Ursachen für Gehörschäden

Schädigt Schall das Innen- oder Mittelohr, spricht man von Lärmschäden, einem Lärmtrauma oder einem akustischen Trauma. Bei Lärmschäden werden die kleinen Haarzellen im Innenohr entweder direkt zerstört oder über Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen geschädigt. Sind die Schäden sehr intensiv, sterben die Haarzellen ab. Je nach Intensität und Art können verschiedene Lärmschäden unterschieden werden. Zu Neujahrsfeiern stellt vor allem das sogenannte „Knalltrauma“ eine Gefahr dar. Knallkörper können Schallwellen von mehr als 150 Dezibel in nur 1,5 Mikrosekunden aussenden. Ein Knalltrauma entsteht vor allem wenn der schädigende Schall nur sehr kurz auf das Ohr einwirkt. Das ist neben Böllern zum Beispiel bei Schüssen, kräftigen Schlägen aufs Ohr oder Airbags der Fall. Die Haarzellen werden geschädigt während das Trommelfell und Gehörknöchelchen intakt bleiben.

Schlechtere Hörfähigkeit bei hohen Frequenzen

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Oftmals haben Betroffene Probleme mit dem Wahrnehmen von hohen Frequenzen oder leiden unter einem Tinnitus. Auch Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Geräuschüberempfindlichkeit sind mögliche Anzeichen. Die Geräusche im Ohr (Tinnitus) oder eine beschränkte Hörfähigkeit ist in den ersten Stunden nach dem Vorfall am stärksten. Nach einigen Tagen bis Wochen klingen die Symptome meist langsam ab. Im schlimmsten Fall sind die Haarzellen allerdings irreversibel zerstört und es stellt sich keine Verbesserung der Symptome ein. Der Hörverlust ist höchstwahrscheinlich dauerhaft.

Andere Arten von Hörschädigungen

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Andere Arten von Hörschädigungen sind das „Explosionstrauma“ und das „akute Lärmtrauma“, die ein längeres Aussetzen von Lärm voraussetzen. Zum Beispiel durch Explosionen oder Bombendetonationen kann ein Explosionstrauma ausgelöst werden, bei dem auch das Trommelfell geschädigt wird. Betroffene eines akuten Lärmtraumas können ertauben oder erleiden Probleme beim Wahrnehmen von höheren Tonfrequenzen. Das akute Lärmtrauma kann unter anderem beim Hören von Musik in hoher Lautstärke mit Kopfhörern oder lauten Konzertbesuchen ausgelöst werden.

Behandlung

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Wer unter Hörminderungen, Tinnitus (Pfeifen oder Sausen im Ohr) oder einem Druckgefühl im Ohr leidet, sollte so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Denn es gilt: Je früher eine Therapie beginnt, desto geringer ist das Risiko für bleibende Schäden. Der HNO führt verschiedene Hörtests durch und stellt mithilfe eines Audiogramms eine Diagnose. Hier werden dem Patienten Töne in unterschiedlicher Lautstärke und Frequenzen vorgespielt, um herauszufinden, in welchen Bereichen der Patient Probleme hat. Knalltrauma durch Silvester-Böller sind meist sehr gut behandelbar. Die Behandlung von Knalltraumata besteht aus kortisonhaltigen Infusionen. Eine Sauerstofftherapie wird bei sehr schweren Fällen von Lärmtraumata angewandt. Bei totalem Verlust des Gehörs oder Verletzungen des Trommelfells wird eine Operation empfohlen. Um Knalltraumata während der Neujahrsfeier zu vermeiden, sollte ausreichend Abstand zu Böllern gehalten werden oder ein Gehörschutz verwendet werden.