Skyr: Das gesunde Pseudo-Jogurt aus Island

Viel Protein, wenig Fett - Skyr hält lange satt und verhindert Heißhungerattacken ! /Bild: Fotolia
Skyr: Das gesunde Pseudo-Jogurt aus Island
Trixi Kouba

Isländer weisen die höchste Lebenserwartung im europäischen Raum auf. Sie werden sogar älter als Japaner. Ein guter Grund, damit sich der Rest der Welt ein wenig von ihrem Lebensstandard abschaut. Ein nationaler Schatz aus der isländischen Küche ist das fettarme Milchprodukt Skyr. Es schwappt schon seit einigen Jahren über die Landesgrenzen über. Doch was kann das gesunde Pseudo-Jogurt eigentlich?

Viel Protein, wenig Fett

Der Legende nach wurde Skyr vor über 1.100 Jahren von Wikingern nach Island gebracht. Seitdem wird der fettarme Magertopfen von den Einheimischen vergöttert. Die Faszination dafür stieg in den letzten Jahren mittlerweile auch in anderen Ländern. Vor allem die gesunden Vorteile locken Konsumenten in Zeiten der Low-Carb-Diät an. Skyr ist ein jogurtähnliches Produkt und weist fast so viele gesunde Inhaltsstoffe wie ein griechisches Jogurt auf. Damit verglichen ist Skyr dicker und geschmacklicher intensiver. Das freut das Sportlerherz: In der cremigen Konsistenz verstecken sich jede Menge Protein und Kalzium, dafür nur ein äußerst geringer Fettanteil. Genauer gesagt: elf Prozent Eiweiß und fast null Prozent Fett. Denn Skyr wird aus entrahmter Milch gewonnen – einem auf natürliche Art und Weise fettfreien Milchprodukt. Die Produktion verlangt drei bis vier Mal so viel Milch wie bei der Herstellung von herkömmlichen Jogurt. Gesund am neuen Stern am Foodtrend-Himmel sind außerdem die darin enthaltenen Bakterienstämme. Sie verhelfen zu einer gesunden Darmflora und stärken das Immunsystem. Und das qualitativ hochwertige Eiweiß hält lange satt und verhindert Heißhungerattacken.

Länderabhängiger Geschmack

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Das internationale Verlangen nach dem Super-Topfen der „Wikinger“ macht sich dort natürlich bemerkbar. Die Mitarbeiter von MS Iceland Dairies, einer kooperativen Organisation mit über 700 isländischen Milchproduktionen, können der internationalen Nachfrage kaum nachkommen. Sie exportieren hauptsächlich nach Finnland, Norwegen, in die Schweiz, Grönland und auf die Färöer Inseln. Dabei variiert der Geschmack des Traditionsprodukts in jedem Land ein wenig. Finnen mögen ihn mit gebackenen Äpfeln am liebsten, während ihn Isländer gern zusammen mit Vanille und Heidelbeeren verspeisen.

Das isländische Kuh-Defizit

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Wer griechisches Jogurt liebt, wird wohl Skyr genauso lieben. Doch wem Kühe am Herzen liegen, möchte vielleicht doch lieber beim heimischen Topfen bleiben. Wie die isländische Professorin für Tierwissenschaften, Emma Eyþórsdóttir, dem kanadischen CBC Radio schon vor einigen Jahren erklärte, finden sich auf Island zu wenig Tiere zur ausreichenden Produktion, um den internationalen Gelüsten nachzukommen. Spezifischer gesagt verfügen Isländer nur über rund 25.000 Kühe. Das reicht nicht, um der großen Nachfrage nach Skyr nachzukommen. Zusätzlich geben isländische Kühe nicht viel Milch. Landwirte wissen nicht, wie sie die Milchproduktion weiter steigern könnten. „Wir können diese Kühe nicht irgendwo anders kaufen und wir werden das auch niemals tun können“, lauten ihre Worte.