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So beeinflussen Beziehungen die Wahl der Verhütungsmethode

Meistens hat es damit zu tun, wie sehr dem Partner vertraut wird ! /Bild: Fotolia
So beeinflussen Beziehungen die Wahl der Verhütungsmethode
Catharina Kaiser

Die richtige Verhütungsmethode zu finden, die perfekt zu einem passt, kann schon mal seine Zeit brauchen. Doch an der Entscheidung sind weit mehr Faktoren beteiligt, als viele vielleicht glauben. Forscher der Oregon State University fanden durch die Analyse von 1.280 Interviewdaten mit 470 Personen eine völlig neue Verbindung. Im Rahmen der Studie stellten sie fest, dass viele Menschen in Sachen Verhütungsmethode vor allem durch ihre Beziehung beeinflusst wurden. Es hängt also nicht nur von persönlichen Vorlieben ab. „Während sich manche Frauen eher mit langfristigen Verhütungsmethoden wie Ringen oder Spiralen anfreunden können, bevorzugen andere kurzfristige Methoden, die sie selbst kontrollieren können“, erklärt Dr. Kelly Culwell. Doch das sind noch lange nicht alle Faktoren, die bei der Entscheidung für eine bestimmte Verhütungsmethode beteiligt sind.

Verhütungsmethoden variieren je nach Beziehung

Die meisten würden vermutlich annehmen, dass die Verhütungsmethode auf Basis der geringsten Nebenwirkungen und Risiken ausgewählt wird. Laut Studienergebnissen hängt es aber in erster Linie von der Art der Beziehung ab. So würden viele junge Menschen, die sich in einer ernsthaften Partnerschaft befinden, häufiger zu hormonellen oder langanhaltenden Verhütungsmethoden greifen. Zudem schien diese Gruppe auch weniger effektive Methoden der Geburtskontrolle, oder überhaupt gar keine Verhütungsmethode zu verwenden, als beispielsweise ein Kondom zu nutzen. Diese wurden eher von jenen genutzt, die angaben dass sie eine starke Rolle bei der sexuellen Entscheidungsfindung in ihrer Beziehung spielten. An diesem Punkt sollte aber etwas genauer nachgedacht werden. Denn die Vorstellung, dass nur einige Menschen eine „starke Rolle“ bei der sexuellen Entscheidungsfindung in ihrer Beziehung spielen, ist extrem besorgniserregend. Ebenso wie die Tatsache, dass nur jene Menschen die sich als Entscheidungsfinder bezeichnen ein Kondom benutzen, die einzige Verhütungsmethode, die vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann.

Vertrauen anstatt Kontrolle ?

„In den meisten Fällen hat es damit zu tun, wie sehr dem Partner vertraut wird, oder wie engagiert man sich in einer Beziehung fühlt“, erklärt S. Marie Harvey, Professorin am College of Public Health and Human Sciences an der OSU. Nachdem eine Beziehung gefestigt und vertrauensvoller geworden ist, ist es weniger wahrscheinlich dass sich Individuen vor der Übertragung von Krankheiten schützen und der Gebrauch von Kondomen damit sinkt. Wenn sich die Beziehung entwickelt kann das Vertrauen in den Partner also ein Ersatz für Verhütungsmethoden sowohl vor Krankheiten als auch einer Schwangerschaft werden. Wie einem dieses Vertrauen vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder einer ungewollten Schwangerschaft schützen soll, ist allerdings wirklich fragwürdig.

Verhütung vs. Safe Sex

Im Rahmen der Studie entdeckten die Forscher eine Reihe von Eigenheiten bezüglich der Verbindung zwischen Beziehungen und Verhütungsmethoden. Etwa würden 40 % der befragten Teilnehmer nur Kondome verwenden, was bedeutet dass sich viele Menschen vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen wollen. Im Vergleich dazu nutzen ein Viertel der Befragten hormonelle oder langfristige Verhütungsmethoden um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen. Eine Dual-Methode bestehend aus einer hormonellen Verhütungsmethode und dem Gebrauch eines Kondoms kommt hingegen nur bei 13 % zum Einsatz. Dennoch bleiben weniger effektive Methoden, oder der völlige Verzicht auf eine Verhütungsmethode, wie es bei 21 % der Fall ist, weiterhin ein großes Problem. Demnach hoffen die Forscher weiter Faktoren zu finden, welche die Art und Weise beeinflussen wie Verhütungsmethoden gewählt werden, um eine gezielte Beratung zu ermöglichen. Unabhängig davon sind offene Gespräche über sexuelle Gesundheit und Achtsamkeit unerlässlich um sich vor sexuellen Krankheiten zu schützen.