Frauenmedizin

So soll der Krebsabstrich angenehmer werden

Ein neues Instrument soll den Frauenarztbesuch angenehmer machen. /Bild: Fotolia
So soll der Krebsabstrich angenehmer werden
Trixi Kouba

Vielen Frauen ist der Krebsabstrich (PAP-Test) beim Gynäkologen unangenehm. Die am Rücken liegende Haltung mit gespreizten Beinen und dem kalten, metallenen Gerät zum Aufdehnen der Scheidenwand ist notwendig, um die Untersuchung durchzuführen. Gleichzeitig löst sie bei einigen Frauen Scham oder andere unangenehme Emotionen aus, so dass sie dem jährlichen Arztbesuch fernbleiben. Nur fast 73 Prozent aller Frauen folgten in den letzten Jahren der Einladung zu einem Krebsabstrich. Das berichtet der Guardian. Die Patientenrate ist die niedrigste in den letzten 19 Jahren. Dabei ist der PAP-Test die beste Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Silikoninstrument statt Mittelalter-Gerät

vagina

Eine neue Art von Spekulum soll diese Ängste nun verschwinden lassen und wieder mehr Frauen auf den Stuhl locken. Die US-amerikanische Kreativagentur „Frog“ will den PAP-Abstrich durch ihr Material angenehmer gestalten. Statt kaltem Edelstahl besteht das neu entworfene Instrument aus Silikon. Aus zwei Armen wurden drei. Der 90-Grad-Winkel wich einem 105-Grad-Winkel. Die beiden Entwicklerinnen tauften ihre Erfindung „Yona“ nach dem Sanskrit-Wort für die weibliche Lebensform. Das Gerät wurde jedoch noch nicht an Menschen getestet. Zunächst muss die Erfindung in klinischen Tests bestehen. Trotzdem hat das Team laut eigener Aussage schon viele Frauen erreicht. „Wir bekamen so viele Emails von Menschen, die uns die intimsten Dinge erzählten. Wir haben eine Diskussion entfacht“, so eine der Entwicklerinnen.

Tipps zum PAP-Test

vagina2

Es ist also eindeutig Zeit für neue Entwicklungen. Bis dahin können sich Patientinnen, die mit Schamgefühlen zu kämpfen haben, mit einigen Tricks über die jährlichen Arztbesuche retten. Die meisten Frauen haben glücklicherweise keine Probleme bei einem Krebsabstrich. Bei starken Schamgefühlen kann jedoch Hilfe geholt werden: Meditations-Apps am Smartphone helfen, Angstzustände zu lindern. Es kann auch eine vertraute Begleitperson zum Arzttermin mitkommen oder ein Rock getragen werden. Patientinnen können ihre Ärzte zudem bitten, jeden Schritt genau zu erklären, um Angst abzubauen. Bei Schmerzen während der Untersuchung sollte die Frau die Möglichkeit haben, den Prozess zu stoppen.