Gesundheit

„Somniloquie“: Sprechen im Schlaf

Sprechen im Schlaf fällt vor allem oder ausschließlich den umgebenden Menschen auf und kann deren Schlafqualität empfindlich stören. /Bild: Fotolia
„Somniloquie“: Sprechen im Schlaf

Schlafstörungen sind weit verbreitet und haben viele Gesichter: Während manche Menschen vor allem Ein- und Durchschlafprobleme haben, leiden andere unter Schlafapnoe oder Schlafwandeln. Ebenso bekannt ist die Schlafstörung Somniloquie – hinter dieser verbirgt sich das unbewusste Sprechen im Schlaf. Dies kann von Murmeln bis hin zu ganzen Monologen oder auch Dialogen reichen und Betroffene sowie deren Angehörige mehr oder weniger belasten. Vor allem betroffen sind Männer und Kinder, Frauen hingegen leiden statistisch gesehen eher selten an Somniloquie.

Häufig fremd klingend und inhaltlich tendenziell sinnlos

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Da im Schlaf Sprechende sich nicht über ihr Sprechen im Schlaf bewusst sind, kann ihre Stimme sowie ihre Tonlage etwas anders als im Wachzustand klingen. Inhaltlich beziehen sich manche Gespräche auf bereits Vergangenes, Erinnerungen, Erfahrungen oder auch Beziehungen. Aus juristischer Sicht ist im Schlaf Wiedergegebenes meist nicht zulässig, da es vom vollen Verstand losgelöst ist.

Vielfältige Ursachen und häufig begleitende Symptome

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Die Ursachen für Somniloquie sind vielfältig: Sie reichen von psychischen Erkrankungen wie Depressionen bis hin zu Stress, Schlafentzug, Müdigkeit während des Tages bis hin zu Fieber und Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen. Häufig beobachtbar ist, dass Schlafsprechen mit anderen Schlafstörungen wie Alpträumen, Schlafapnoe sowie anderen REM-Schlafstörungen auftritt. Beobachtbar sind häufig auch andere Symptome wie etwa Schlafwandeln und verwirrende Erregungen. Interessant ist, dass Schlafsprechen in jeder Schlafphase auftreten kann und dass die Sprache vor allem in leichtem Schlaf verständlich ist. Während in den ersten beiden Schlafphasen manche Betroffene ganze Gespräche unterhalten können, reduzieren sich die zwei tieferen Schlafphasen lediglich auf Murmeln oder Stöhnlaute. Allgemein werden grundsätzlich verschiedene Schweregradkriterien eingeteilt, da Dauer und Schwere bei Schlafsprechern stark variieren können.

Was man als Betroffener dagegen tun kann

Grundsätzlich bedarf Schlafsprechen nicht unbedingt einer Behandlung. Kommt es jedoch zu Störungen der Schlaftiefe oder der Störung des Schlafes umgebender Personen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Es empfiehlt sich bei Somniloquie, sich eine geordnete Schlafstruktur und Schlafhygiene zu schaffen. Manchmal können auch psychologische bzw. psychotherapeutische Ansätze hilfreich sein, wenn dem Schlafsprechen belastende Erfahrungen oder psychische Störungen zugrunde liegen. Letzlich wirkt sich auch der Verzicht auf Alkohol, schweres Essen und übermäßiger Stress positiv auf die Schlaftiefe und damit auf das Schlafsprechen aus – für eine „ungesprächige“ Nachtruhe.