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Sonnenschutz: Ein Guide zum richtigen eincremen

Wie viel Sonnenschutz braucht es eigentlich, damit er auch Wirkung zeigt ? /Bild: Fotolia
Sonnenschutz: Ein Guide zum richtigen eincremen
Catharina Kaiser

Sonnenschutz ist unfassbar wichtig und dennoch stellten Forscher fest, dass die meisten Menschen völlig falsch damit umgehen. Zwar ist vermutlich jedem bewusst, dass Sonnencreme das Risiko für Hautkrebs reduziert und es somit wichtig ist sich einzucremen, doch wie genau ist offensichtlich unklar. Um herauszufinden wie Menschen den Sonnenschutz im Alltag verwenden, stellten Forscher der University of Minnesota Medical School kostenlose Sonnencreme-Spender auf. Anschließend beobachteten sie, wie sich, in einem Zeitraum von 93 Stunden, 2.187 Menschen daran bedienten. Überraschenderweise wurde der Sonnenschutz nur von einem Drittel tatsächlich auf jede Hautstelle, die der Sonne ausgesetzt war, aufgetragen. Rund 42 % vergasen sogar überhaupt darauf, sich das Gesicht einzucremen.

Sonnenschutz richtig auftragen

Wenn es um die Anzahl der Personen geht, die den Sonnencreme-Spender überhaupt verwendeten, so waren die Forscher etwas überrascht. „Dreiunddreißig Prozent sind tatsächlich mehr, als wir zunächst dachten. Doch es war ein sonniger Tag und die kostenlose Sonnencreme hat vielleicht einige motiviert sich einzucremen“, so Dr. Darrell Rigel, klinischer Professor für Dermatologie bei NYU und ehemaliger Präsident der American Academy of Dermatology. Dennoch zeigten sich große Unterschiede in der Anwendung des Sonnenschutzes, der von 51 % auf die Arme, aber nur von 6 % auf das Dekolleté aufgetragen wurde. Alle Körperbereiche unterhalb der Gürtellinie wurden schlichtweg ignoriert. Nur 3,6 % dachten beim Eincremen auch an ihre Beine. An bewölkten Tagen blieb der Sonnencreme-Spender praktisch unangetastet. Es zeigt sich folglich, dass Menschen die Belastung durch UV-Strahlen nach wie vor mit praller Sonne assoziieren. Wissenschaftlichen Studien zufolge würden aber auch bei einem wolkigen Himmel noch 80 % der schädlichen UV-Strahlen die Haut erreichen.

Wie viel Sonnenschutz braucht man ?

Veröffentlicht wurde die aktuelle Studie im Journal of the American Academy of Dermatology und empfiehlt zum Schutz vor Hautkrebs täglich Sonnenschutz zu verwenden. Da muss auch nicht groß gespart werden und zumindest sollte eine Menge verwendet werden, die in ein Shot Glas passt. „Theoretisch braucht man für den ganzen Körper etwa 28 g Sonnencreme, erklärt Dr. Rigel, der nicht an der Studie beteiligt war. Die meisten Menschen verwendet aber nur knapp die Hälfte der empfohlenen Menge. Um diesen „Mangel“ zu kompensieren sollte laut Experten zu einem höheren Lichtschutzfaktor, mit einem Mindestwert von SPF 30, gegriffen werden.

Das richtige Outfit

Neben Sonnencreme kann natürlich auch das Outfit dabei helfen, die Sonne abzublocken und somit das Hautkrebsrisiko zu reduzieren. Diese Krebsart, deren Hauptursache meist eine zu hohe UV Belastung ist, gilt laut AAD als die häufigste Krebsart in am Amerika. Sonnenschutzkleidung mit langen Ärmel und eine Kopfbedeckung eignen sich daher ideal um sich vor der potenziellen Gefahr zu schützen. „Pro Zentimeter kann der Rand eines Hutes oder das Schild einer Kappe, das Hautkrebsrisiko um 5 % minimieren“, so Dr. Rigel. Mit einem großen Sonnenhut schaffen es daher sogar auf stolze 40 %.

Sonnenschutz: Männer vs. Frauen

Dass sich Frauen deutlich mehr um die eigene Gesundheit sorgen, als Männer, wurde ebenfalls bereits anhand einiger Studien belegt. Es überrascht folglich nicht, dass es in erster Linie Frauen waren, die sich am kostenlosen Sonnenschutz Spender, der zu Studienzwecken auf einem Messegelände platziert wurde, bedienten. 51 % der Messebesucher waren weiblich und ebenso 57 % der Sonnenschutznutzer. Darüber hinaus würden Männer, laut Dermatologen, auch nur selten ihre Muttermale kontrollieren lassen.

Allgemeine Empfehlungen

Prinzipiell empfehlen Dermatologen täglich Sonnenschutzmittel aufzutragen. Ja, das bedeutet auch an bewölkten Tagen. Einzige Ausnahme sind Babys unter 6 Monaten, da ihre Haus noch poröser ist und somit empfindlich auf die in Sonnencreme enthaltenen Chemikalien reagieren kann. Daher sollten Eltern stets darauf achten, Säuglinge so gut es geht von Sonneneinstrahlungen zu schützen. Zudem gilt für Erwachsene, sich regelmäßig einzucremen. Nach spätestens zwei Stunden beginnt sich der Sonnenschutz nämlich aufzulösen, weshalb eine neue Schicht nachgetragen werden muss.